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Passionsspiele mit Bezug zur Gegenwart

Passionsspiele mit Bezug zur Gegenwart

Schönberg (an-o/jg) - Passionsspiele werden in über 70 Orten in ganz Europa aufgeführt. Jedes hat seinen eigenen Stil. Die Passionsspiele in Schönberg/Belgien zeichnet eines aus: Sie zeigen nicht nur das Leiden und Sterben Christi, sie stellen den Bezug zur Gegenwart her.

Zum dritten Mal seit 1993 bringen Laienschauspieler aus Schönberg und Umgebung ein Passionsspiel auf die Bühne. Die Initiative ging von Siegfried Bongartz (36), damals Diakon im Dekanat St. Vith, aus. Etwa 50 Laien wirkten im ersten Stück "Das Ostern des Nazaräers" mit. Schon damals ging es ihm darum, aktuelle Themen wie den Jugoslawienkrieg oder Armut und Ausbeutung einzuarbeiten und so die Zuschauer zum Nachdenken über ihren Glauben anzuregen. Ein Konzept, das aufging: Die überaus rege Nachfrage zwang zu Zusatzvorstellungen.

Fünf Jahre später stellte Bongartz aktuelle Szenen bewusst in den Vordergrund des Passionsspiels. Es ging um die Frage: Was würde Jesus heute sagen zu Ausbeutung, Kindesmissbrauch, Ausgrenzung, Geld und Macht. Auf zwei Bühnen erlebten die Zuschauer den biblischen Jesus und den Jesus von heute.

Drei Zeitebenen

Das 3. Passionsspiel "Ecce homo" - Seht da, der Mensch - versucht, den Kern der Leidensgeschichte Christ in drei unterschiedlichen Zeit- und Bedeutungsebenen sichtbar zu machen: Im Mittelpunkt stehen Jesus, mit seiner Botschaft, seinen Zweifeln und die Frage "Was hat dieser Jesus mit uns zu tun?"; der Sklave Onesimus, der die Freiheit sucht, und Judith, eine typische Jugendliche unserer Zeit, mit ihren Ängsten und ihrer Sehnsucht nach Glück.

Mehr dazu: www.passio.be