PAN Amsterdam: Die frische, kleine Schwester der Tefaf

Kunstmesse : Die frische, kleine Schwester der Tefaf

Die Messe PAN Amsterdam bietet Kunst für alle. Auch eine Aachenerin ist vertreten.

Die PAN Amsterdam wird gerne als „die kleine Schwester“ der Tefaf Maastricht bezeichnet. Die Amsterdamer Kunstmesse läuft noch bis zum 25. November und lohnt einen Kurztrip nach Nordholland.

Bei der Vernissage genießt Ellen de Roy Lopez Cardoz die Aufmerksamkeit des Publikums. Die elegante alte Dame gehört zu den von Starfotograf Erwin Olaf eigens für die PAN in Szene gesetzten Covermodellen. Die starke Kampagne steht sinnbildlich für die ganze PAN Amsterdam: Frisch, mutig und selbstbewusst wird hier Kunst für alle geboten.

Die Organisation der Messe durch die Macher der Tefaf sorgt für eine erstklassige Präsentation der 110 Aussteller und ihrer Kunstwerke. Mit Brasserie, Restaurant und verschiedenen Bars wird die PAN zum Event. Das Publikum weiß diesen Mix von edler Kunst quer durch alle Gattungen und Epochen mit dem typisch niederländischen Savoir vivre zu schätzen und amüsiert sich bei entspannter Atmosphäre. Die Messe ist „heel gezellig“, die Händler sind aufgeschlossen und gut gelaunt.

So nimmt sich Jos Meis von Gude & Meis aus Amsterdam Zeit, einige der antiken Uhren an seinem Stand zu erklären: „Es sind nicht einfach nur Uhren, sondern außergewöhnliche Objekte oder Skulpturen, kombiniert mit faszinierender Technik.“ Viele der antiken Uhren sind bereits für einen moderaten vierstelligen Betrag zu erwerben, ebenso wie die großformatigen Fotografien von Stephan Vanfleteren in der Kahmann Gallery, die auch interessante Arbeiten von Albarràn Cabrera auf Gampi-Papier mit Gold für schlanke 1600 Euro anbietet.

Als „Affordable Art“, also Kunst zu „erschwinglichen“ Preisen, können auch die reizenden Souvenirs der Grand Tour aus dem 18. und 19. Jahrhundert bei Robert Schreuder bezeichnet werden, die Skulpturen von Romulus und Titus Tatius oder die Lateran-Obelisken aus Rosso-Antico-Marmor sind ein perfekter Einstieg in das Sammeln von Kunst und Antiquitäten.

Die Messe bietet einen faszinierenden Querschnitt durch die europäische, aber auch außereuropäische Kunstgeschichte, hier hängen Alte Meister des Goldenen Zeitalters neben zeitgenössischen Fotografien und japanischen Papierrollbildern, wechseln sich Designklassiker des frühen 20. Jahrhunderts mit feinster friesischer Volkskunst aus dem 17. und 18. Jahrhundert ab.

Manches Kunstwerk mag haarscharf am Kitsch vorbeischrammen, aber auch hier belegen rote Punkte, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Die reiche Dichte und Vielfalt der zum Teil sehr kleinformatigen Objekte (etwa Schmuck, Glas, Keramik) macht die PAN ­Amsterdam zu einem konzentrierten Kunsterlebnis.

Mit den fragilen Papierarbeiten von Caroline Hofman in der Galerie Helga Hofman ist sogar ein kleines Stückchen Aachen vertreten: Die Künstlerin ist 1969 in Aachen geboren und lehrt als Dozentin für Kommunikations- und Produktdesign an der Fachhochschule Design.

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