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Eupen: Ostbelgische Nachbarn im Euro-Fußballfieber

Eupen : Ostbelgische Nachbarn im Euro-Fußballfieber

Die Quecksilbersäule steigt. In Malmedy, wo die deutsche U17-Nationalmannschaft ihr Quartier bezogen hat, genau wie in Eupen. Für sechs Tage wird die Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zu einem Zentrum des internationalen Fußballs - ein kleines Zentrum zwar, aber immerhin.

„Eupen im Fußballfieber” heißt es ganz offiziell, wenn am Mittwoch um 18 Uhr das erste von drei Vorrundenspielen zur Europameisterschaft der unter 17-Jährigen angepfiffen wird. „Eupen freut sich auf die Spiele”, sagt Bürgermeister Elmar Keutgen und ergänzt: „Wir sind gut vorbereitet.”

Live-Bilder im TV

Die Fieberkurve steigt. Nicht nur Eupen, die ganze Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) in Ostbelgien mit ihren rund 72.000 Einwohnern soll profitieren von der Aufmerksamkeit, die man sich allein durch die europaweiten Live-Übertragungen im Fernsehen verspricht. „Zwölf Millionen Zuschauer, so viele erreichen wir sonst doch nie mehr”, sagt Kurt Rathmes, Leiter des Sportdienstes der DG. So viele sollen pro Spiel einschalten, wenn der Sender Eurosport die Partien aus Eupen grenzenlos in die Wohnzimmer bringt.

Und damit es mehr zu sehen gibt als nur Bilder aus dem Stadion, hat die DG jeweils 30 Sekunden Sendezeit gekauft. Eine halbe Minute, um vor jedem Spiel die schönsten Seiten Ostbelgiens zu zeigen, Sequenzen aus einem Imagefilm der DG, die auch einen weiteren Zweck erfüllen sollen: „Wir wollen im Ausland zeigen, dass es deutschsprachige Belgier gibt”, sagt Rathmes, „und dass wir eine Brückenfunktion ausüben können zwischen Flamen und Wallonen, aber auch zwischen Belgien und seinen Nachbarn wie Deutschland.”

Flyer in jeder Kneipe

Und für die deutschen Nachbarn könnte sich ein Besuch in Eupen tatsächlich lohnen. Dass die Turnierauslosung die deutsche Elf für alle drei Vorrundenspiele im Stadion des Zweitligisten AS vorgesehen hat, ist für Eupens Stadtväter ein Segen. „Heimspiele” quasi, zu denen viele Fans aus Deutschland erwartet werden.

„Wir haben viel überlegt, wie wir die Öffentlichkeit mobilisieren können”, sagt Georg Kremer, zuständig für Kultur, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit. Die Stadt wird sich von ihrer besten Seite zeigen. „An den Haupteinfallstraßen sind Blumenbeete mit Fahnen gestaltet”, so Kremer. Plakate und Flyer liegen in jeder Kneipe, jeder Bäckerei, jedem Geschäft aus.

Rund um die Spiele gegen die Ukraine und Frankreich gibt es ein musikalisches Programm. Für 70.000 Euro, finanziert zum Teil aus Mitteln der DG, wurde das rund 6000 Zuschauer fassende Stadion aufgemöbelt. „Wir hoffen”, sagt Kremer, „Eupen für künftige Veranstaltungen interessant zu machen.”

Schlaudraff zu Gast

Auch beim deutschen Team steigt die Fieberkurve. Am Sonntag hat A-Nationalspieler Jan Schlaudraff mal kurz in Eschweiler vorbeigeschaut, wo sich das Team von Trainer Paul Schomann auf die Spiele vorbereitet hat.

Und der Deutsche Fußball-Bund hat eine Runde gegeben: Beflockte Trikots für alle Spieler der U17-Auswahl mit dem eigenen Namen, überreicht von eben diesem Jan Schlaudraff, der in gemütlicher Runde mit den Jungs plauderte. Zur Auflockerung, wie Paul Schomann sagt.

Der Trainer sah den Besuch des Noch-Alemannen als „Abwechslung vom Trainingsalltag”, bevor es am Montag von Aachen-Lichtenbusch aus ins Turnierquartier nach Malmedy ging. „Langsam steigt die Anspannung”, sagt Schomann, „aber das muss auch so sein.” Georg Kremer sieht das ähnlich: „Die Ampeln stehen auf Grün!” Es kann losgehen.

Spiele in Ostbelgien

In Eupen (Stadion am Kehrweg): Deutschland - Ukraine (Mittwoch, 2. Mai, 18 Uhr), Deutschland - Frankreich (Freitag, 4. Mai, 18 Uhr), Deutschland - Spanien (Montag, 7. Mai, 15.30).

In Verviers: Frankreich - Spanien (Mittwoch, 2. Mai, 16 Uhr) und Frankreich - Ukraine (Montag, 7. Mai, 15.30 Uhr).

Ticket-Info: Telefon 0032/24771211 oder mailto:information.tickets@footbel.com