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Kerkrade: Orpheo-Konzert: Auftakt mit hohem Anspruch

Kerkrade : Orpheo-Konzert: Auftakt mit hohem Anspruch

In der „Aula major” des Klosters Rolduc bei Kerkrade ging jetzt die erste Veranstaltung einer neuen Konzertreihe innerhalb des Euriade-Festivals über die Bühne.

Orpheo heißt die neue Reihe und wurde dem zahlreich erschienenen Publikum von Werner Janssen, dem Initiator und Leiter des Festivals, vorgestellt.

Der Zielsetzung, jungen Nachwuchsmusikern ein Podium zu bieten, wurde dies erste Konzert allerdings kaum gerecht. Besteht doch das Amstel Quartett, das die Premiere musikalisch gestaltete, aus bereits arrivierten Musikerinnen und Musikern, die weitgehend feste Stellen in niederländischen Kulturorchestern innehaben.

Sonja van Beek und Ronald Hoogeveen wechselten sich ab in der Position des Primgeigers, ihre Partner waren Francien Schatborn, Viola, und Floris Mijnders, Violoncello.

Wenn es eines der Ziele der Reihe sein sollte, jugendliche oder gar junge Zuhörer anzusprechen, dann war das höchst anspruchsvolle und auch lange Programm dieses ersten Konzertes dazu sicherlich nicht geeignet.

Jedes für sich ein gewichtiges Werk

Was sich dann auch prompt in einem lautstarken Protest eines kleinen Zuhörers, der von seinem Vater nicht mehr gebändigt werden konnte, äußerte.

Joseph Haydns Quartett G-dur op. 76/1, Robert Schumann 3. Quartett A-dur op. 41 und Bedrich Smetanas Quartett e-moll „Aus meinem Leben” sind anspruchsvolle, jedes für sich gewichtige Werke, an denen eine Quartettformation seine künstlerische Potenz demonstrieren kann.

Das Amstel Quartett wurde der unterschiedlichen Stilistik der Werke weitgehend gerecht, überzeugte durch spieltechnische Sicherheit, saubere Intonation, gute und klare Artikulation und Intensität des Musizierens.

Dass das Klangbild nicht ganz abgerundet ist, liegt auch an der nicht ganz ausgeglichenen spieltechnischen und tonlichen Qualität der einzelnen Spieler.

Das Publikum zeigte sich begeistert und bedachte das Ensemble mit den in Holland üblichen Standing Ovations.