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Kerkrade: Orlando-Festival trotz Hitze gut besucht

Kerkrade : Orlando-Festival trotz Hitze gut besucht

Welche Anziehungskraft das Orlando-Kammermusikfestival nach wie vor hat, zeigte sich beim Eröffnungskonzert: Trotz der Sauna-Bedingungen war das Theater Kerkrade fast vollständig besetzt.

Es gibt also immer noch zahlreiche Musikfreunde, die sich im Rahmen der verschiedenen Kurse, die das unter der künstlerischen Leitung von Stefan Metz stehende Festival anbietet, in die Geheimnisse der Kammermusik einweihen lassen.

Was als Eröffnungskonzert angekündigt wurde, war eigentlich eines der vielen Konzerte, die in Kerkrade, im Kloster Rolduc und im Aachener Ballsaal angeboten werden. Zu diesem Zeitpunkt lief das Festival bereits seit einer Woche.

Unter dem Motto „Jong talent” präsentierte man vorwiegend Werke junger Komponisten, seien es die Klavier-Variationen über das Lied „Willem van Nassau”, die der zehnjährige Mozart schrieb und der gleichfalls junge Pianist Frank van de Laar brillant spielte.

Sei des das selten zu hörende „Trio G-Dur für Flöte, Fagott und Klavier” des 15 Jahre alten Beethoven, für das sich Marieke Schneemann, Remko Edelaar und Frank van de Laar mit viel Spielfreude und überlegenem technischen Können einsetzten.

Das Stück ist noch ganz in der Serenadenmusik des 18. Jahrhunderts verhaftet, bereitet aber unbeschwertes Hörvergnügen, wenn es so souverän gemeistert wird, wie es hier der Fall war.

Interessanter allerdings war das „3. Streichquartett”, das der im Alter von nur 20 Jahren verstorbene Beethoven-Zeitgenosse Juan Crisóstomo de Arriaga, Spaniens große Musikhoffnung, geschrieben hat.

Ein wunderschönes Stück, für das sich das rumänische Voces-Quartet spürbar mit viel Liebe und Engagement einsetzte - kein Leichtes unter diesen schweißtreibenden Temperaturen.

Nach der Pause ging es konventioneller zu: Miranda van Kralingen sang frühe Lieder von Hugo Wolf und Franz Schubert, begleitet von Tan Crone.

Den Abschluss machte das Zürcher Klaviertrio mit einem Zyklus von Astor Piazolla, diesem, nach seinem Tod 1992, etwas zu einer Kultfigur des argentinischen Tangos avancierten Musikers.

Das Programm des ersten Aachener Konzertes, Dienstag um 20.30 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen, ist mit Beethovens „Großer Fuge op 133”, Alban Bergs frühem „Streichquartett op 3” und Schuberts spätem „Streichquintett C-Dur” ebenfalls hochkarätig.