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Köln/Düsseldorf/Essen: NRW hofft auf großes Fußball-Fest

Köln/Düsseldorf/Essen : NRW hofft auf großes Fußball-Fest

Nordrhein-Westfalen hofft für Mittwoch auf ein großes Fußballfest, rüstet sich aber auch für mögliche Randale. Die Polizei stelle sich auf einen Großeinsatz nach dem EM-Halbfinale Deutschland-Türkei ein, sagte Innenminister Ingo Wolf (FDP) am Montag in Düsseldorf.

„Die Polizei ist Partner aller friedlich feiernden Fußballfans. Gegen diejenigen, die randalieren, geht die Polizei konsequent vor”, fügte er hinzu. Die Erfahrungen der Weltmeisterschaft 2006 und der bisherige Verlauf der Europameisterschaft zeigten aber, „dass beim Public Viewing die Freude der Menschen am Fußball überwiegt”.

„Ich erwarte eine grandiose, freundschaftliche Begegnung auf allen Ebenen”, sagte Bekir Alboga, der Dialogbeauftragte der Türkisch- Islamischen Union (Ditib) in Köln. „Die Fans werden am Mittwoch so friedlich feiern, wie sie es bis heute immer nach den Spielen getan haben.” Auf deutscher wie türkischer Seite sei aber niemals ganz auszuschließen, dass sich einzelne Hooligans gegenseitig provozierten.

Auch das Zentrum für Türkeistudien (ZfT) in Essen sieht dem Aufeinandertreffen der Fans gelassen entgegen. „Uns steht ein friedliches Fußballfest bevor, bei dem Deutsche wie Türken nur gewinnen können”, sagte Institutsdirektor Faruk Sen.

„Wir erwarten ein friedliches Volksfest”, sagte der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Nordrhein, Christoph Becker. Noch kein einziger Gastwirt habe ihm gegenüber irgendwelche Befürchtungen zum Ausdruck gebracht. Dieselben Erwartungen hat man in der Kölnarena, wo insgesamt 35 000 Zuschauer zum Public Viewing erwartet werden. „Wir werden keine Fanblöcke bilden”, sagte Arena-Sprecherin Monika Salchert. „Wir erwarten hier nichts Negatives.” In Köln lebten Deutsche und Türken jeden Tag friedlich zusammen.

Am Oberhausener Einkaufszentrum Centro wurde eine Übertragung des Länderspiels aus Platzmangel abgesagt. „Wir bringen auf dem Platz höchstens 5000 Fans unter”, sagte Sprecherin Silvie Freisel. Nach den Erfahrungen der bisherigen Spiele brächten Deutsche und Türken aber jeweils allein 4000 bis 5000 Anhänger auf die Beine. „Wenn es zu voll wird, ist die Sicherheit gefährdet.” Keinen Grund für eine Absage sieht dagegen der Veranstalter in der Essener Messehalle 6, die Raum für rund 7500 Fans hat.

Die Düsseldorfer Polizei rechnet mit „einem deutlich erhöhten Fan- Aufkommen und hoher Emotionalisierung”. In der Altstadt werden tausende Fans beider Nationen erwartet. Bislang sei bei der EM aber alles friedlich geblieben. Volker Lange, Einsatzleiter der Kölner Polizei, teilte mit: „Nach den bisherigen Erfahrungen haben wir keinen Grund, etwas anderes als einen sportlichen Abend zu erwarten.” Wer aber doch Krawall machen wolle, müsse sich auf ein konsequentes Einschreiten der Polizei gefasst machen.

Auch in Wuppertal will man „kräftemäßig aufstocken”. Dort hatten besonders viele Türken die bisherigen Siege ihrer Nationalelf gefeiert und mit fast 2000 Autos rekordverdächtige Korsos gebildet. In Krefeld will die Polizei ihr Aufgebot „ein kleines bischen verstärken”. Ein Polizeisprecher in Neuss sagte: „Wir bereiten uns besonders vor, gehen aber von einem friedlichen und harmonischen Verlauf aus.”

In Mönchengladbach setzt die Polizei ebenfalls auf ein verstärktes Aufgebot: „Wir bereiten uns auf ein fröhliches Fußballfest vor”, hieß es. „Wir appellieren aber auch daran, es nicht zu übertreiben.” Auch in Bonn will die Polizei verstärkt Personal einsetzen. Auf dem Open- Air-Platz an der Museumsmeile soll es erstmals bei dieser EM ein Public Viewing mit mehr als 8000 Zuschauern geben.

Bielefeld erwartet 15.000 bis 180.000 Menschen zum gemeinsamen Fußball-Gucken. „Möglicherweise reicht die Kapazität nicht aus”, sagte der Sprecher der Bielefelder Marketinggesellschaft, Hans-Rudolf Holtkamp. Es müsse noch geklärt werden, ob die Fanmeile in der Innenstadt bleibt oder an einen anderen Ort umzieht.