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Mönchengladbach: Niederrheinische Sinfoniker überzeugen mit Solist Nils Mönkemeyer

Mönchengladbach : Niederrheinische Sinfoniker überzeugen mit Solist Nils Mönkemeyer

Trotz aller finanziellen Probleme nimmt die immer noch üppig gedeihende Theaterlandschaft im Rheinland nicht nur durch die Vielzahl an Angeboten eine herausragende Stellung in der deutschen Kulturlandschaft ein, auch durch ihren hohen qualitativen Standard.

Im Bereich des Musiktheaters ist das auch den Leistungssteigerungen der städtischen Sinfonieorchester zu verdanken. Das gilt auch für die Niederrheinischen Sinfoniker, mit denen die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach alljährlich ein Angebot an musikalischen Produktionen in Oper und Konzert auf die Beine stellen, das an Originalität manches größere, finanziell besser gestellte Haus in den Schatten stellt.

Und wenn ein derzeit viel gefragter und überwänglich gepriesener Solist wie der Bratschist Nils Mönkemeyer für das 2. Sinfoniekonzert der Niederrheinischen Sinfoniker gewonnen werden konnte, lohnt es sich, das Orchester auch einmal im Konzertsaal wahrzunehmen.

Generalmusikdirektor Mihkel Kütson lässt es an Ehrgeiz nicht mangeln, wenn er Anton Bruckners nicht unproblematische 6. Symphonie stemmt. Und das mit einem vorzüglich einstudierten Orchester, dem es im Adagio nicht an Wohlklang und in den sperrigen Ecksätzen nicht an klanglicher Ausgewogenheit, formaler Übersicht und innerer Spannung fehlt.

Ein anspruchsvoller Schlusspunkt des Abends, nachdem zuvor William Waltons Konzert für Viola ebenfalls keine leichte Kost bereithält. Ein Werk des englischen Meisters aus dem frühen 20. Jahrhundert, das das abgedunkelte Timbre der Bratsche in ausgedehnten, oft melancholisch getönten Kantilenen ausgiebig nutzt und die spieltechnischen Anforderungen im bewegten Scherzo und im Finale hinter der elegischen Grundstimmung eher verbirgt.

Nils Mönkemeyer stellt sich werkdienlich und unprätentiös auf den lyrischen Tonfall ein, lässt sein Instrument dabei so warm und farbig erklingen, wie es das Werk erfordert, ohne seine virtuosen Fähigkeiten in den Vordergrund zu stellen. Nicht ganz so werkergeben zeigte er sich dann mit einer etwas manieriert phrasierten Sarabande von Bach als Zugabe, was den Erfolg Mönkemeyers und des ganzen Abends nicht schmälerte.