1. Kultur

Aachen: Neue und flexible Arbeitszeitmodelle

Aachen : Neue und flexible Arbeitszeitmodelle

Mama jobbt am Baby-Bett zu Hause; Papa geht mal zwölf, mal sechs Stunden schuften - oder auch an einigen Werktagen gar nicht: Die strikt reglementierte 40-Stunden-Woche am Arbeitsplatz ist vielerorts ein Auslaufmodell - keineswegs nur aus Rücksicht auf die Arbeitnehmer-Familie.

Viele Erwerbstätige in der Euregio Maas-Rhein werden sich bald mit ganz neuen Arbeitszeiten, zuweilen auch -orten anfreunden müssen. Jeder vierte Betrieb in der Drei-Länder-Region, der im Rahmen der Interreg-Studie „Euromobil Zeit” befragt wurde, plant die Einführung neuer Arbeitszeitmodelle: zum Beispiel Teilzeit-, Gleitzeit-Regelungen, Arbeitszeitkonten, Schicht- oder Tele-Arbeit.

Dabei ist das Image flexibler Arbeitszeitmodelle laut „Euromobil Zeit” nur in Deutschland schlecht. Für die Studie wurden 265 Befragungen bei Unternehmen im Grenzgebiet ausgewertet. Damit liegen nun nach Angaben der Initiatoren - der Stabsstelle Projektentwicklung, Forschung und Gleichstellung im Kreis Aachen - erstmals fundierte Erkenntnisse zur Arbeitszeitflexibilisierung vor.

„Deutsche halten diese Job-Modelle immer noch für eine Frauendomäne, die Belgier experimentieren fleißig damit, während die Niederländer die beweglichen Arbeitssysteme seit mehr als 20 Jahren erfolgreich anwenden”, resümierte Stabsstellenleiterin Nina Mika-Helfmeier am Dienstag.