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Neue Haut aus ein paar Zellen

Neue Haut aus ein paar Zellen

Aachen (an-o/th/abt) - Mit hoher Kompetenz beteiligt sich die RWTH seit Jahren an der Erfoschung von Biomaterialien. Nun wird die Entwicklung von Textilimplantaten aus körpereigenen Zellen gefördert.

Schwere Unfälle, die Entfernung von Tumoren, Verbrennungen oder angeborene Fehlbildungen verursachen oft große Schäden am Weichteilgewebe. Bisher muss Gewebe oder Haut von anderen Körperpartien entnommen werden, um diese Defekte zu behandeln.

Dadurch entsteht jedoch eine weitere Schädigung des Gewebes. Damit verbunden ist nicht nur der Schaden an sich, sondern oft führen diese Defekte auch zu Schmerzen und großen emotionalen Belastungen.

Nachwuchs gefördert

Vor diesem Hintergrund unterstützt die - von einem ehemaligen TH-Professor gegründete - "Holste-Stiftung" in den kommenden zwei Jahren ein Erfolg versprechendes Forschungsprojekt mit 23.000 Euro, bei dem neuartige Textilimplantate erforscht und entwickelt werden. Ziel der Forschungsarbeit ist die Entwicklung dieser Implantate aus körpereigenen Zellen, die zur Rekonstruktion von Gewebedefekten, beispielsweise zum Wiederaufbau der Brust, verwendet werden können. Hierzu müssen nur wenige Zellen dem Patienten entnommen werden, die dann nach Vermehrung in der Zellkultur zur Besiedelung der Textilien verwendet werden. Bereits in wenigen Jahren, so glauben die Forscher, könnten erste Rekonstruktionen mit dem neuen Material durchgeführt werden.

Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation zwischen der Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie des Universtitätsklinikums Aachen unter Leitung von Professor Norbert Pallua und dem Institut für Textiltechnik der RWTH, geführt von Professor Thomas Gries. Der wissenschaftliche Koordinator, Karsten Hemmrich, ist optimistisch, was baldige Forschungsergebnisse angeht: "Wir sind zuversichtlich, durch diese Textilkonstrukte, besiedelt mit körpereigenen Stammzellen des Fettgewebes, auch große Weichteilgewebsdefekte ohne Schädigung anderer Körperpartien in Zukunft behandeln zu können."

Der Nachwuchsforscher Karsten Hemmrich studiert im 11. Semester Medizin an der RWTH und forscht bereits seit zwei Jahren im Bereich der so genannten Fettvorläuferzellen. Damit ist der Aachener Hochschule eine von wenigen Forschungseinrichtungen in Deutschland, die in diesem Bereich arbeitet.