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Düsseldorf: Neue Chefin für Kunstsammlung NRW

Düsseldorf : Neue Chefin für Kunstsammlung NRW

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat eine neue Leitung. Die Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, Marion Ackermann, wird neue Chefin der beiden Häuser K20 und K21.

Das Kuratorium der Stiftung Kunstsammlung wählte die 43-jährige Kunsthistorikerin am Montag einstimmig zur Nachfolgerin von Armin Zweite, wie Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) im Anschluss mitteilte.

Ackermann sagte, sie freue sich sehr darauf, „eine der allerersten Adressen” der deutschen Museumsszene zu leiten. Die Kunstsammlung NRW habe in der Vergangenheit Maßstäbe gesetzt, besitze eine „fantastische Sammlung” und stehe exzellent da. Sie habe aber den Eindruck, dass das Haus in der Öffentlichkeit mit einem gewissen „Weiheabstand” gesehen werde. Daher wolle sie dafür sorgen, dass das Haus nicht nur als „Tempel” wahrgenommen werde.

„Ich möchte die Strahlkraft des Hauses verbessern und alles dafür tun, dass die Sammlungen auch gesehen werden”, sagte sie. Dazu sollten aus ihrer Sicht die beiden räumlich getrennten Häuser K20 und K21 stärker aufeinander zu gehen. Unter anderem möchte Ackermann künftig die klassische Moderne und die zeitgenössische Kunst „besser aufeinander beziehen”.

Das international renommierte K20 ist seit April wegen Sanierung geschlossen und soll im Herbst 2009 unter Ackermanns Leitung wiedereröffnet werden. Schwerpunkte der Sammlung liegen in der Malerei der westeuropäischen und amerikanischen Moderne. Zweite hatte das Haus 17 Jahre geführt und war im Sommer zur Sammlung Brandhorst in München gewechselt.

Rüttgers sagte Ackermann zu, die „hervorragende Ankaufpolitik” der Kunstsammlung NRW mit einem aufgestockten Etat fortsetzen zu können. Genauere Angaben dazu wollte er aber nicht machen. Ackermann habe sich mit der Übernahme des Kunstmuseums Stuttgart vor fünf Jahren als deutschlandweit jüngste Leiterin eines größeren Museums profiliert, fügte Rüttger hinzu. Darüber hinaus publiziere sie viel und zeichne sich durch regelmäßige Lehrtätigkeit aus. „Das alles sind ideale Voraussetzungen, um die Nummer eins der Museen für Moderne Kunst in unserem Land zu leiten”, sagte Rüttgers.

Ackermann studierte in Göttingen, Kassel, Wien und München Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte. Von 1995 bis 2003 war sie in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München tätig, anschließend wurde sie Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart. Zudem lehrt Ackermann an der Universität Augsburg, der Akademie der Bildenden Künste und der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München sowie an der Universität Stuttgart.

Man habe international nach einem Nachfolger für Zweite gesucht und dazu mit mehr als 20 Kandidaten Gespräche geführt, begründete NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff die mehr als einjährige Suche. Er fügte hinzu: „Wir waren nicht bereit, falsche Kompromisse einzugehen.”