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Jülich: Nervenerkrankungen: Einmaliges Gerät hilft Jülicher Hirnfoschern

Jülich : Nervenerkrankungen: Einmaliges Gerät hilft Jülicher Hirnfoschern

Mit einem weltweit einmaligen medizinischen Untersuchungsgerät wollen Jülicher Forscher Nervenerkrankungen wie Alzheimer schon vor Ausbruch der Symptome erkennen und behandeln.

Die Kombination aus einem Magnetresonanz-Tomographen (MRT) und einem Positronen-Emissionstomographen soll Bilder mit extrem hoher Auflösung aus dem Gehirn liefern und sehr schnell messen können. In zwei Jahren werde das High-Tech-Gerät in Betrieb gehen, teilte das Forschungszentrum Jülich (FZ) am Mittwoch beim Spatenstich mit.

„Durch die Frühstdiagnostik ist es möglich, Krankheiten schon vor dem Ausbruch zu erkennen”, sagte der Direktor des Jülicher Instituts für Medizin, Prof. Karl Zilles. Die sehr frühe Behandlung könne die Entwicklung von Krankheitssymptomen beeinflussen.

„Das bedeutet einen Gewinn von Lebensqualität.” Dazu würden erhebliche Kosten im Gesundheitssystem eingespart. Die Forscher erwarten auch grundsätzliche Erkenntnisse zu Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose. Von den 20 Millionen Euro Gesamtkosten trägt der Bund eine, die Siemens AG die andere Hälfte.

Die gute Zusammenarbeit mit den benachbarten Univbersitäten und Kliniken unterstrich FZ-Vorstandschef Achim Bachem. In Verbindung mit der Industrie werde so der direkte Transfer von der Grundlagenforschung zur Anwendung der Ergebnisse in modernster Medizintechnik bis hin zum Patienten ermöglicht.

Die Magnetresonanz-Tomographie zeigt die Anatomie des Gehirns und liefert Bilder etwa von arbeitenden Gehirnregionen. Der Positronen-Emissionstomograph macht molekulare Vorgänge sichtbar, wofür Patienten vorher ein Kontrastmittel gespritzt wird.