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Düsseldorf: Mutmaßlicher Kofferbomber beteuert Unschuld

Düsseldorf : Mutmaßlicher Kofferbomber beteuert Unschuld

Der mutmaßliche Kofferbomber von Köln hat auf der Anklagebank in Düsseldorf seine Unschuld beteuert. „Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen, dass es nie meine Absicht gewesen ist, jemanden zu töten”, sagte der 24-jährige Libanese Youssef El H. am Dienstag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG).

„Ich wusste schon, als ich den Koffer in die Hand nahm, dass er nicht explodieren würde.”

Der entscheidende Grund, vom Tatplan abzuweichen, sei der Tod seines Bruders Achmed gewesen. „Da habe ich angefangen, über die Tötung unschuldiger Menschen nachzudenken. Das hat mir die Augen geöffnet. Da hätten auch unschuldige Kinder umkommen können.”

Dennoch hätten sie die Bomben in die Züge gestellt, sagte der Angeklagte. „Es wäre dumm gewesen, alles wieder auseinander zu bauen. Für uns war das einfach eine Mahnung und eine Warnung an die Öffentlichkeit. Wenn ich Menschen hätte töten wollen, hätte ich alle Spuren gelöscht und mit Handschuhen gearbeitet.”

Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor erneut lebenslange Haft für Youssef El H. beantragt. Die noch aus dem Libanon aufgetauchten Vernehmungsprotokolle des dort inhaftierten mutmaßlichen Komplizen Jihad H. „haben an unserer bisherigen Bewertung nichts geändert”, sagte Oberstaatsanwältin Duscha Gmel am Dienstag.

Die Verteidigung forderte erneut Freispruch. Das Geständnis des im Libanon bereits verurteilten Jihad H. dürfe nicht verwertet werden, sagte Rechtsanwalt Bernd Rosenkranz. „Man hat ihn unter Druck gesetzt, wahrscheinlich auch geschlagen.” Beide Männer hätten gewusst, dass die Bomben nicht explodieren würden, weil es ihnen nicht gelungen sei, das notwendige Gasgemisch herzustellen.

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, im Juli 2006 zusammen mit Jihad H. im Kölner Hauptbahnhof zwei in Koffern versteckte Bomben in Züge gestellt zu haben. Die Züge fuhren nach Hamm und Koblenz. Die Zeitzünder wurden während der Fahrt ausgelöst, wegen eines technischen Fehlers explodierten die Bomben aber nicht. Vor wenigen Wochen hatten Bundesanwaltschaft und Verteidigung schon einmal plädiert. Wegen neuer Beweisanträge der Rechtsanwälte war das Gericht wieder in das Verfahren eingestiegen.