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Köln: Mutmaßlicher Kinderschänder soll weiteres Kind missbraucht haben

Köln : Mutmaßlicher Kinderschänder soll weiteres Kind missbraucht haben

Ein ehemaliger Berliner Häftling, der in Köln einen zehnjährigen Jungen entführt und missbraucht haben soll, hat möglicherweise noch andere Sexualverbrechen an Kindern begangen.

„Er soll bereits im August einen kleinen Jungen in seinen Wagen gezerrt und sich sexuell an ihm vergangen haben”, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Kölner Polizei.

Dieser Junge war ebenfalls zehn Jahre alt. Andere Fälle würden noch geprüft. Der 37-Jährige ist in Untersuchungshaft und will sich zu den Vorwürfen bisher nicht äußern. Die Polizei war auf seine Spur gekommen, weil sein jüngstes mutmaßliches Opfer die Leverkusener Wohnung des Mannes sehr genau beschrieben hatte.

Vor der Entlassung des Mannes aus Berliner Haft war die zuständige Staatsanwaltschaft mit einem Antrag, den 37-Jährigen in Sicherungsverwahrung zu nehmen, gescheitert. Zwei medizinische Gutachten hatten ihm eine günstige Prognose bescheinigt.

Der Mann hatte in Berlin eine mehr als siebenjährige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs verbüßt. Im Jahr 1994 hatte er einen kleinen Jungen aus dem Stadtteil Prenzlauer Berg missbraucht, den sein Komplize danach tötete. Die Leiche des Achtjährigen war auf einer Müllhalde im Berliner Umland gefunden worden. Erst drei Jahre nach dem Mord wurden die beiden Täter gefasst. 2006 wurde der heute 37-Jährige schließlich aus der Haft entlassen.

Kurze Zeit später saß er in Brandenburg in Untersuchungshaft, weil er erneut einen Jugendlichen und einen jungen Mann in Bernau missbraucht haben soll, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) sagte. Damit bestätigte er Medienberichte.

Die Anklage sei allerdings nicht zugelassen worden, weil nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, ob die mutmaßlichen Opfer widerstandsunfähig gewesen waren. Daraufhin musste der Mann laut Sprecher aus der Untersuchungshaft entlassen werden.