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Düsseldorf: Mutmaßlicher Anlagebetrüger vor Gericht

Düsseldorf : Mutmaßlicher Anlagebetrüger vor Gericht

Wegen gewerbsmäßigen Betrugs muss sich seit Freitag ein 40-jähriger Mann aus Kaarst vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.

Michael B. soll mit seiner Firma First Real Estate bundesweit 8000 Anleger um rund 45 Millionen Euro betrogen haben. Einen Teil der Fälle hat die Staatsanwaltschaft jetzt angeklagt. Nach der mehrstündigen Anklageverlesung verweigerte der 40-Jährige zunächst die Aussage.

Nach Angaben seines Verteidigers habe er nicht vorgehabt, Anleger zu betrügen. Er habe allerdings irgendwann den Überblick über seine Immobiliengeschäfte verloren. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Michael B. spätestens Anfang 2006 hätte erkennen müssen, dass First Real Estate hoffnungslos überschuldet war.

Trotzdem habe der Angeklagte auch in der Folgezeit weitere Anleger angeworben. Von ihrem Geld habe er sich unter anderem ein Jahresgehalt von 635 000 Euro ausgezahlt. Nach der Insolvenz des Unternehmens war der 40-Jährige untergetaucht. Mit Hilfe von Zielfahndern des Bundeskriminalamtes (BKA) wurde er im Frühjahr 2008 in einem Luxushotel in Kiew in der Ukraine festgenommen und später ausgeliefert. Das Urteil soll frühestens Ende Februar verkündet werden.