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Aachen: Mut zu Kontrasten: Junge Akteure mit Bach bis Moderne

Aachen : Mut zu Kontrasten: Junge Akteure mit Bach bis Moderne

Die ehrgeizige und mutige Konzertreihe „Kontraste” in der Jesuitenkirche St. Alfons fand eine Fortsetzung mit der 3. Veranstaltung unter dem Thema „Bach und die Moderne”.

Michael Rauter, Initiator und künstlerischer Leiter der Serie, hatte den Geiger Fabian Wettstein als Partner eingeladen, mit dem er abwechselnd Solowerke von Johann Sebastian Bach, Bernd Alois Zimmermann und Paul Hindemith darbot.

Am Ende musizierten beide zusammen das Duo für Violine und Cello von Heinz Holliger. Dass mit solch avancierten Programmen keine Massen zu mobilisieren sind, liegt auf der Hand.

Die kleine Zuhörerschar jedenfalls zeigte sich äußerst beeindruckt von den Leistungen der beiden jungen Künstler, die sich der sperrigen und wenig opulenten Materie in erstaunlichem Maße gewachsen zeigten.

Mit welcher Sicherheit in Bogentechnik, Intonation und Stilfragen Fabian Wettstein Bachs 3. Partita E-Dur meisterte, das war aller Bewunderung wert.

Ähnlich imponierend war seine Wiedergabe von Paul Hindemiths zwischen rhythmischer Prägnanz und Melodienseligkeit pendelnden Solosonate op. 31/2, in der Wettsetin die Schönheit seines Tons voll entfalten konnte.

Ähnlich Kunstvolles gelang Michael Rauter bei Zimmermanns fünfsätziger Sonate für Cello solo.

Eine äußerst reife Leistung des jungen Cellisten. Kleine Intonationsunsicherheiten trübten kaum den positiven Eindruck von Rauters Wiedergabe von Bachs Solo-Suite Nr. 6 B-Dur.

Am Ende das zweisätzige Duo von Holliger, dessen feine Linien und weite Klangräume von den Künstlern mustergültig realisiert wurden. Schade, dass die guten Leistungen durch die hallige und harte Akustik der Jesuitenkirche beeinträchtigt werden.