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Aachen: „Musikalisches Bilderbuch“ beim Familienkonzert

Aachen : „Musikalisches Bilderbuch“ beim Familienkonzert

Auffallend ruhig blieb es im ersten Familienkonzert der Saison gestern im gut besuchten Theater, als das Aachener Sinfonieorchester zusammen mit „Müllers Marionettentheater“ aus Wuppertal „Die Werkstatt der Schmetterlinge“ aufführte.

Ein „musikalisches Bilderbuch für Orchester“ von Lutz-Werner Hesse nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Gioconda Belli und Wolf Erbach, das als Oper vor sieben Jahren in Bonn aufgeführt wurde.

Betont langsames Puppenspiel

Ruhig blieb es, obwohl das Publikum in der Überzahl sehr jung war und die Aufführung wie ein Kontrapunkt zur lauten und überdrehten Hektik vieler Kinderserien wirkte. Im Gegenteil: Betont langsam bewegten Natalia Emmert und Ann-Kathrin Marx ihre zweidimensionalen, an Janoschs Figurenwelt erinnernden Puppen. Und auch der von Günther Weißenborn vorgetragene Text lebt von zarter Poesie und reicher Fantasie.

Die Handlung geht auf die Entstehungszeit der Tiere zurück. Rudolfo und seine Freunde haben die Aufgabe, Insekten zu „entwerfen“. Aber Rudolfo möchte ein Wesen schaffen, das „fliegen kann wie ein Vogel und so schön ist wie eine Blume“. Nach etlichen Versuchen, bei denen Ameisen, Bienen, Fliegen und Fledermäuse entstehen, gelingt ihm endlich die Symbiose in Form eines Schmetterlings.

Der an der Musikhochschule in Wuppertal lehrende Lutz Werner Hesse hat dazu eine farbige Spielmusik für großes Orchester entworfen, die die Tiere und Wesen recht treffend charakterisiert. Im Tempo stärker differenzierend als die Puppenspieler, die sich nicht aus der Ruhe bringen ließen und die anmutige Welt der Bilder und Puppen in Ruhe auf die Kinder wirken ließen. Und die folgten der 45-minütigen Vorstellung mit gespannter Aufmerksamkeit, ständig in Erwartung auf die nächste Überraschung, die auf die kleine Puppenbühne geschoben wird.

Günther Weißenborn, zusammen mit seiner Frau Ursula Gründer des seit 1983 bestehenden und seitdem international erfolgreichen Puppentheaters, las den knappen Text ebenso unaufgeregt. Die Aachener Sinfoniker unter Leitung von Kapellmeister Justus Thorau absolvierten ihren Part mit hörbarem Vergnügen.

Freundlicher Beifall des Publikums für eine stille Stunde voller Poesie.