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Aachen: Musikalisch ein Feuerwerk abgebrannt

Aachen : Musikalisch ein Feuerwerk abgebrannt

Mittlerweile ist die Kammermusikreihe mit Mitgliedern des Sinfonieorchester Aachen ein richtiger Publikumsmagnet geworden.

Bei den abwechslungsreichen Programmen und vorzüglichen Interpretationen ist das auch leicht nachzuvollziehen. ´

Das 1. Kammerkonzert der Saison wartete mit einer Kooperation von Orchester und dem Internationalen Gitarrenfestival Aachen „Aquis Gran Guitarra” auf.

Gespannte Aufmerksamkeit und großen Zuspruch gewann die Uraufführung von „Klangstück”-Sextett für Flöte, Streichquartett und Gitarre des in Vaals lebenden Komponisten und Gitarrendozenten Wolfgang Bartsch.

Klare Klangfarbe und ausgewogene Balance

In einer kurzen Einführung in seinen von außereuropäischer Musik beeinflussten Kompositionsstil umriss er seine Intention, „das Geheimnis des Rhythmus in den klassischen Musiksaal einführen” zu wollen.

Gleichsam als Grundelement durchzog der Rhythmus die gesamte Komposition, mal als Grundskruktur verbunden mit zaghaften Melodieansätzen, mal als expressiver Instrumenteneinwurf vor einer gehaltenen Klangfläche, mal in hochkomplexer Polyphonie im Wechsel mit Unisonopassagen, mal stark jazzbetont. Insgesamt ein sehr inspiriertes, mehr als beachtenswertes und wirklich interessantes Werk.

Christine Hildebrand (Flöte), Alexis Vincent und Stephanie Bock (Violine), Thomas Morrison (Viola), Almuth Ensinger (Cello) sowie Hans-Werner Huppertz (Gitarre) meisterten diese Herausforderung ganz souverän.

Vorzügliches Zusammenspiel, eine warme, klare Klangfarbe und wohlausgewogene Balance bewiesen die Musiker beim Quintett für Gitarre und Streichquartett op. 143 des italienischen Neoklassizisten Mario Castelnuovo-Tedesco.

Vor allem das Andante mesto erreichte eine hohe Intensität an sehnsuchtsvoller Tiefe und warmer Sanglichkeit, gepaart mit hervorragenden Solopassagen der in den anderen Werken eher begleitend eingesetzten Gitarre.

Ein wenig Länge brachte das Trio Notturno für Flöte, Viola und Gitarre op. 21 von Wenzeslav T. Matiegka, einem Zeitgenossen Mozarts, Haydns und Schuberts, mit sich, was jedoch an der eher schulmeisterlichen Komposition selbst denn an dem abgerundet phrasierten und anmutigen Spiel der Musiker lag.

Aufhorchen ließ vor allem das eingangs gespielte Quintett Nr. 4 für Gitarre und Streichquartett „Fandango” von Luigi Boccherini, das, benannt nach dem wirkungsvollen Schlusssatz, mit seinem expressiven spanischen Kolorit und einer hübschen Kastagnetten-Einlage (Brigitte Erdweg) ein kleines Feuerwerk der musikalischen Farben abbrandte.