Schmidbauer, Pollina und Kälberer auf Burg Wilhelmstein

Konzert auf Burg Wilhelmstein : „Dolce Vita“ und klare Botschaften

Italienisch-bayerische Lebensart: Das Trio Schmidbauer, Pollina und Kälberer erkundet auf Burg Wilhelmstein den Süden. Ihr Konzert bietet Sommer, Sonne, Strand und viel mehr!

Sommer, Sonne, Strand und Meer – all die zu erwartenden Zutaten stecken drin. So gehört es sich für ein Programm, das den „Süden“ prominent im Titel trägt.

Doch mit der Urlaubssehnsucht ist es in den Liedern von Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer bei weitem nicht getan. Mit breitem Gefühlskompass und luftig arrangiertem Liedermacher-Pop reist das Trio auf der Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein durch ein gut zweistündiges Programm. Sprachbarrieren inklusive.

Fein komponierte Songs

Sieben Jahre nach ihrer ersten musikalischen Zusammenarbeit sind die beiden Oberbayern Schmidbauer und Kälberer und der Sizilianer Pollina erneut gemeinsam unterwegs. „Süden II“ heißt konsequenterweise die Tour, deren Songs auf Italienisch und auf Bayerisch vorgetragen werden – mithin für den größten Teil des Publikums in gleich zwei Fremdsprachen. Wobei Schmidbauer sich hörbar bemüht, den Dialekt in seinen Passagen möglichst gering zu halten.

Bei „Süden“ gehe es weniger um die Geografie, sondern um die Lebensart, wie er eingangs erzählt. Also um „La Dolce Vita“, das vor allem aus vielen der von Pippo Pollina vorgetragenen Stücken herausstrahlt. Doch neben solchen musikalischen Skizzen der Lebenslust haben auch Stücke ihren Platz, die die Trauer um den Verlust geliebter Menschen thematisieren, und mit „Stolz drauf“ ist ein Song im Angebot, der dem vielerorts zunehmend vorgetragenen Nationalstolz eine Absage erteilt. „Wo wir her sind, liegt nicht in unserer Hand“, singt Schmidbauer – und erntet nicht nur dafür großen Applaus des Publikums.

Genießen dürfen die Zuhörer fein komponierte Songs, die oft nur behutsam instrumentiert werden und ihre Kraft nicht zuletzt aus den stillen Momenten ziehen. Während Schmidbauer allein auf seine Akustikgitarre vertraut, tauscht Pollina dieses Instrument mitunter gegen das Keyboard – und das stets auf dem soliden Fundament, das Kälberer mit einer beeindruckend breiten Palette an Percussion-Instrumenten legt.

Dass die drei Herren versierte Musiker sind, wird mit jedem Ton deutlich. Dass diese bayerisch-sizilianische Kooperation eine runde Sache ist, ebenfalls. Dafür gibt es am Ende verdienten Applaus. Und die Ahnung, dass diese zweite Reise Richtung Süden nicht die letzte gewesen sein könnte.

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