„Orchester hautnah“ in Aachen

Auf Tuchfühlung : „Orchester hautnah“ in Aachen mit Dvoráks 8. Symphonie

Zum vierten Mal konnten jetzt Aachens Musikfreunde im Eurogress mit den Musikern des hiesigen Sinfonieorchesters im Rahmen der Konzertreihe „Orchester hautnah“ ungewöhnlich eng auf Tuchfühlung gehen.

Dass Justus Thorau seinem Aachener Publikum trotz seiner Verpflichtungen in Saarbrücken die Treue hält, kommt besonders diesem Konzertformat zugute. Seine Erläuterungen zum Werk sind knapp gehalten, weitgehend von theoretischem Ballast befreit und darauf ausgerichtet, die Musik weniger analytisch, sondern vor allem bildhaft zu erfassen. Die Verknüpfung von Klängen mit assoziierten Bildern ist in diesem Rahmen durchaus legitim, auch wenn Thorau, wie in seinen Erläuterungen zum Finalsatz, ein wenig die Fantasie durchgeht.

Im vollbesetzten Eurogress genossen die Zuhörer die Schönheiten des Werks, auch wenn sich in unmittelbarer Nähe der Pauke, einer Posaune oder einer Flöte bisweilen bizarre Höreindrücke einstellen. Und die über das gesamte Parkett verstreuten Musiker müssen damit leben, dass ein absolut präzises Zusammenspiel kaum möglich ist. Doch zwei Mal pro Jahr kann jeder mit diesem Abenteuer leben.

Wozu auch Gespräche nach dem Konzert im Foyer des Eurogress‘ gehören. Und einige der ganz jungen und besonders interessierten Besucher ließen es sich nicht nehmen, ihrem streichenden oder blasenden Nachbarn mit gezielten Fragen auch schon früher auf den Zahn zu fühlen. Eine Fortsetzung der Reihe ist beschlossene Sache.