Take That in Düsseldorf: Konfetti und Tränen

Take That in Düsseldorf : Konfetti und Tränen

Da sind sie wieder: Am Samstag haben Take That in Düsseldorf für weiche Knie bei den Fans gesorgt. Das erste von vier Konzerten in Deutschland gerät zum veritablen Triumph. Und für die weiblichen Fans 40plus zum lustvollen Rücksturz in die Teeniezeit.

Sie betteln, sie flehen, sie schluchzen. Argumentieren, diskutieren und gestikulieren. Suchen nach einer Lücke, nach dem richtigen Moment. Eine hält ihr von LEDs umkränztes Plakat hoch, als sei das ein Passierschein, eine andere wagt wild tanzend den Durchbruch. Und eine Blondine mit den hochhackigen Sandaletten geht derart heftig in Tuchfühlung, dass sie als Täterin auf einer #MeToo-Liste für männliche Opfer auftauchen könnte. Um direkt vor die Bühne zu kommen, zu Gary, Howard und Mark, versuchen Frauen am Samstagabend in Düsseldorf alles.

Take That sind in der Stadt. Oder das, was von ihnen übrig ist. Nämlich Gary Barlow (48), Howard Donald (51) und Mark Owen (47). In der Mitsubishi Electric Halle, wo sie, unterstützt von fünf Bandmusikern, den 30. Jahrestag der Bandgründung (damals noch mit Jason Orange und Robbie Williams) feiern, genügt das allemal. Das erste von vier Konzerten in Deutschland gerät zum veritablen Triumph. Und für die weiblichen Fans 40plus zum lustvollen Rücksturz in die Teeniezeit. Kreiiiiisch!

Nicht nur die Security-Leute machen einen echt guten Job (sie behalten sie nicht nur die Nerven, sondern auch die gute Laune). Die drei Veteranen der britischen Boygroup, die in den 1990ern einen riesigen Hype auslöste, tun das auch. Wenn sie in Formation tanzen, ist das absolut synchron. Jede Drehung, jede Armbewegung, jeder Kniefall – alles passt. Und auch stimmlich sind sie noch voll auf der Höhe.

Knapp 90 Minuten kurz gibt es „Greatest Hits live“ – mit „It Only Takes a Minute“, „Could It Be Magic“ und „A Million Love Songs, „Pray“, „Everything Changes“ oder „Babe“. Und, nach 42 Minuten „endlich, endlich), „Back For Good”. In der Halle regnet es: weißes Konfetti, Jugenderinnerungen, Glückstränen. „You can remember the Nineties?“ Was für eine Frage, Mr. Barlow!

Tolle Stücke wie „Giants“ und „Cry“ vom 2017 erschienenen Album, „Wonderland” zeigen jedoch, dass Take That den Sprung in die Jetztzeit geschafft haben. Und wer genau hinsieht, kann im Publikum auch Mädchen entdecken, die genauso alt sind, wie ihre Mütter es damals waren.