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Lässiges Heimspiel: Jazzmusiker Simon Oslender auf Burg Wilhelmstein

Lässiges Heimspiel : Jazzmusiker Simon Oslender auf Burg Wilhelmstein

Lässig mit aufgeknöpftem Hemd und Turnschuhen betritt Simon Oslender die Bühne von Burg Wilhelmstein. Es ist Heimspielzeit für den in Aachen-Walheim aufgewachsenen Jazzmusiker.

„Das ist eine besondere Situation“ lacht er, verweist auf sein nur wenige Kilometer entfernt gelegenes Elternhaus, frühe Konzertbesuche mit dem Vater am Würselener Gemäuer und die vielen ihm bekannten Gesichter im Publikum.

Von Nervosität ist indes nichts zu spüren. Im Gegenteil: Simon Oslender lässt die Finger über Flügel, Keyboard und Orgel tanzen, als gäbe es nichts Leichteres. Mit gerade einmal 22 Jahren genießt er über die Szene hinaus hohes Ansehen und wird bereits als Weltstar an den Tasten tituliert.

Ebenfalls mit beeindruckendem Talent ausgestattet sind Bassist Claus Fischer und Hendrik Smock am Schlagzeug, die das Simon Oslender Trio komplettieren. Da sind drei Könner am Werk, die sich wunderbar ergänzen und während der Songs lachend und gestenreich im Austausch miteinander sind. Ein vierter stößt kurz vor Schluss hinzu: Der in Stolberg aufgewachsene Jazztrompeter Christoph Titz kommt mit seinem Instrument zum Überraschungsbesuch.

Mit nach Würselen gebracht hat Simon Oslender sein Debütalbum „About Time“. Die Verwirklichung sei „die Erfüllung eines völlig wilden Traumes“ gewesen, berichtet er. Zu den Songs gehört etwa „Warehouse“, benannt nach einem Club in Namibia, in dem Oslender mit dem Jazzmusiker Wolfgang Haffner auftrat. Oslender zeigt sich begeistert von Haffner, ebenso von Randy Brecker, einer „Legende der Jazzgeschichte“, dessen Trompetenspiel auf „Summer in Berlin“ zu hören ist.

Ein anderes Vorbild für Oslender ist der Jazzmusiker George Duke, dessen Initialen sich im funkigen „One for G.D.“ wiederfinden. „Er war jemand, der in jeden Ton, den er gespielt hat, alles, was er hatte, reingelegt hat“, erzählt der 22-Jährige.

Eine Menge an Vorbildern und Inspirationsquellen hat Simon Oslender am Ende seines rund zweistündigen Konzerts aufgezählt. Es wird nicht lange dauern – das ist nicht nur den Besuchern des Abends gewiss – dann werden andere Künstler diesen virtuosen Aachener Musiker als ihr Idol bezeichnen.