Sona MacDonald singt Billie Holiday: „Blue Moon“ beim Kulturfestival X

Sona MacDonald singt Billie Holiday : „Blue Moon“ beim Kulturfestival X

Dass dies kein unbeschwerter Theaterabend werden würde, dürfte jedem klar gewesen sein, der sich ein bisschen mit dem Leben und dem Leiden der Billie Holiday auskennt.

Die schwarze Jazz-Ikone, die Diva und Junkie war, die von den Männern missbraucht wurde und unter dem latenten Rassismus in den USA litt, die als Superstar gefeiert wurde und dann knallhart abstürzte, starb 1959 im Alter von nur 44 Jahren.

Sona MacDonald setzt ihr mit der Revue „Blue Moon“, die am Samstagabend im Rahmen des Kulturfestivals X in Baesweiler zu sehen war, ein Denkmal. Genauer: Sie singt sich, begleitet von einem phänomenalen Jazzquartett, durch die Dramen in Holidays Leben. Dass diese von einem Erzähler (Nikolaus Okonkwo) durchdekliniert werden, ist dem Fluss der Geschichte nicht immer dienlich.

Aber was soll’s. Wenn MacDonald singt, hingebungsvoll, sehnsüchtig, schmerzlich, rau, verloren, ist das vergessen. Sie imitiert nicht, sie verschmilzt. Und verleiht den Songs doch ihre ganz eigene Note.

Gegen Ende, das Make-up ist längst verschmiert, der Gang schleppend, singt sie „As Time Goes By“ und „Blue Moon“. Wer davon nicht berührt wird, der hat ein Herz aus Stein. 

„Blue Moon“ ist am Mittwoch auch im Haus der Stadt in Düren zu sehen.

(hjd)