Fülle, Tiefe, Timbre: Ariana Grande zeigt in der Kölner Arena Profil

Fülle, Tiefe, Timbre : Ariana Grande zeigt in der Kölner Arena Profil

Als Ariana Grande am 22. Mai 2017 in Manchester auftrat, starben bei einem Terroranschlag 23 Menschen, über 500 Besucher wurden verletzt. Auf der „Sweetener“-Tour der 26-Jährigen müssen deshalb Handtaschen und Rucksäcke generell draußen bleiben.

Nur durchsichtige Plastiktaschen und Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss sind erlaubt. So auch Sonntag in der Kölner Lanxess-Arena.

Dass nicht nur das erste deutsche Konzert ausverkauft war, sondern auch für Hamburg und Berlin nur noch wenige Restkarten erhältlich sind, macht deutlich: die Grande-Fans lassen sich nicht abschrecken. Und werden dafür mit einer fast zweistündigen Show belohnt. Mit einer Protagonistin, die wesentlich mehr drauf hat als perfektes Posing. Wie bei „7 Rings“, wenn sie sich auf dem Kühler eines pinkfarbenen Straßenkreuzers räkelt, den Rücken zum Bogen spannt, den Kopf dramatisch in den Nacken wirft.

Und die auch noch viel mehr kann, als fast die ganze Zeit (fünf Einspieler bieten Atem- und Umziehpausen) auf Schuhwerk in Bewegung zu sein, das andernorts als Folterwerkzeug durchginge. Sie singt so gut wie kaum eine andere. Sie spielt mit Koloraturen, lässt Klangfarben funkeln wie Edelsteine, ihre Stimme hat Fülle, Tiefe und Timbre.

Grande bietet einen Querschnitt aus ihren fünf Alben, von „Right There“ über „Break Free“ und „Side to Side“ bis hin zu „Breathin“ und „No Tears Left to Cry“. Vor Planeten, die zu Wasserwellen oder Wahrsagekugeln werden, hüpft sie  über den Catwalk, als sei das ein Kinderspiel. Aber man darf sich nicht täuschen. Das war harte Arbeit. Und eine Mutprobe obendrein.

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