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Aachen: Musik-Wellen schlagen hoch

Aachen : Musik-Wellen schlagen hoch

Ein aufbrausendes Klangerlebnis erwartet die Zuschauer des 7. Sinfoniekonzertes am Mittwoch, 14. und Donnerstag, 15. Mai, 20 Uhr im Eurogress.

Unter dem Motto „Wilde See” präsentiert das Sinfonieorchester Aachen unter der Leitung von Chorspezialist Gerd Müller-Lorenz drei Werke, die meist von unberechenbaren Stürmen und nur selten von glatten Meereswogen handeln. Richard Wagners Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer” läuft als erstes vom Stapel.

Auf einer stürmischen Überfahrt von Riga nach London ließ sich Wagner für seine Oper inspirieren. Weitaus friedlichere Gewässer durchschifft das Werk von Peter Maxwell Davies „An Orkney Wedding with Sunrise” - eine Hommage an Schottland, die Heimat des Komponisten. Mit der Heerlener Musikerin Francoise van Leersum tritt zum ersten Mal eine Dudelsackspielerin mit dem Sinfonieorchester auf.

Mit der „Sea Symphony” von Ralph Vaughan Williams steuert das Orchester unterstützt vom Städtischen Chor Aachen und Limburgs Operakoor den Zielhafen an.

„Dem Werk des Briten ist in Deutschland zu Unrecht nicht viel Beachtung geschenkt worden. Dabei ist die Sea Symphony die erste Sinfonie seit Beethoven, die von Anfang bis Ende den Chor benutzt”, erklärt Müller-Lorenz, der eine Weile brauchte, bis er „Zugang zu diesem schweren und teilweise extremen Stück gefunden hatte, das vor allem für den Chor eine irrsinnige Herausforderung ist”.

Sowohl für Müller-Lorenz als auch für die beiden Solisten, die Sopranistin Stefanie Krahnenfeld und den Bariton Thomas Johannes Mayer, ist die Aufführung der „Sea Symphony” in Aachen eine Premiere: „Das ist für uns alle natürlich besonders kitzelig”, erzählt der Dirigent. Und so hat sich jeder der drei Musiker auf seine eigene Art mit dem Stück, das auf Gedichten von Walt Whitman basiert, vertraut gemacht.

Während das „typisch britische” Werk für Mayer „etwas Brachiales, Düsteres und teilweise sehr Beklemmendes” ausstrahlt, empfindet Krahnenfeld, die sich selbst als „Seemensch” bezeichnet, die Musik als eine Einladung, „mich schnell ins Auto zu setzen und mal wieder ans Meer zu fahren”.