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Frankfurt/Main: Museumschef wirft Stadt Frankfurt Blockade vor

Frankfurt/Main : Museumschef wirft Stadt Frankfurt Blockade vor

Der scheidende Direktor des Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt, James Bradburne, hat der Stadt Blockade vorgeworfen.

„Die Struktur als städ- tisches Museum verhindert Innovationen”, so Bradburne. „In seiner heutigen Form ist das kein Museum, sondern die Unterabteilung ei- nes Amtes.” Heißer Kandidat für seine Nachfolge ist der Direktor des Aachener Suermondt-Ludwig-Museums, Professor Ulrich Schneider.
„Es gibt keine transparente Entscheidungsstruktur in dieser Stadt”, sagte der Brite, der zum Jahreswechsel London umzieht. „Man weiß nie, ob Ja wirklich Ja ist.”

Zu viele Leute in der Verwaltung könnten mitentscheiden, ohne hinterher die Verantwortung für die Konsequenzen übernehmen zu müssen. Zu viele könnten blockieren, zu wenige hätten die Macht, Entscheidungen zu treffen. „Niemand kann Ja sagen, aber 20 Leute können Nein sagen.”

Das Museum müsse eine neue Rechtsform finden, sagte Bradburne. Es müsse autonomer handeln können. Dann sei es möglich, „mit weniger Geld bessere Leistung zu erzielen”. Politiker dächten in Ein-Jahres-Rhythmen, ein Museum müsse viel langfristiger planen.

Langfristige Sicherheit sei auch wichtig für die Sponsoren. Um Partner für die Finanzierung zu gewinnen, müsse lange vorher klar sein, welche Projekte verwirklicht werden könnten. „Das war immer weniger möglich.”