Düsseldorf: Museen trotz Hitzewelle beliebt

Düsseldorf: Museen trotz Hitzewelle beliebt

Die Museen in Nordrhein-Westfalen verzeichnen trotz der zurückliegenden Hitzewelle und der Sommerferien gleichbleibende oder steigende Besucherzahlen.

Während in den Ferien keine Schulklassen kommen, besuchen dafür mehr Touristen und Familien die Museen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp in fünf NRW-Museen ergab.

Auch auslaufende Ausstellungen führen den Angaben zufolge häufig zu mehr Besuchern. Im Museum Folkwang in Essen ist von mangelndem Kunstinteresse während der Urlaubszeit nichts zu spüren. „Im Gegenteil, von den Ferien hat man nichts gemerkt”, sagt Museumssprecher Hendrik von Boxberg.

In den vergangenen Wochen habe es pro Tag rund 5000 Besucher gegeben. Davor lag der Durchschnitt bei rund 3000. Als Grund nennt er, dass die Sonderausstellung „Das schönste Museum der Welt” am 25. Juli endete. Er erwarte jedoch nicht, dass die Zahl nun einbrechen wird. Einen Besucherrückgang habe es vor allem während der Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli gegeben. Die Hitze habe wenig Einfluss gehabt.

Einen Besucherrückgang hat auch die Bundeskunsthalle in Bonn nicht bemerkt. Zwar nahm die Zahl der Besucher nach Angaben von Sprecher Sven Bergmann zu Beginn der Ferien ab, stieg dann aber in der zweiten Woche wieder um 30 Prozent auf 3400 an. In der Woche vor den Sommerferien habe es rund 2600 Besucher gegeben. Besonders gut besucht sei die Ausstellung „Afghanistan - Gerettete Schätze”. „Kulturhistorische Ausstellungen haben immer große Zahlen, weil viele Gruppen kommen”, sagt Bergmann.

„Durch die Ferienzeit fehlen die Schulklassen”, stellt Birthe Sarrazin vom Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster fest. Gerade vor den Sommerferien gebe es zahlreiche Klassen, die am Wandertag ins Museum gingen. Allerdings kämen jetzt mehr Touristen, so dass es bei den Besucherzahlen keinen großen Unterschied zwischen der Ferienzeit und der Zeit davor gibt. „Die Zahl ist ähnlich, aber die Zusammensetzung ist unterschiedlich”, lautet ihr Fazit.

Die Besucherzahlen im Wallraf-Richartz-Museum in Köln sind in der Ferienzeit nach Angaben von Sprecher Stefan Swertz leicht angestiegen. Als Grund nannte er zum einen, dass die Ausstellung „Liebermann, Corinth, Slevogt - Die Landschaften” am 1. August endete. Zum anderen kämen mehr Touristen. „Die Hitzeperiode in den vergangenen Wochen haben wir aber gemerkt”, räumte Swertz ein. Während im Moment pro Tag durchschnittlich rund 600 Besucher kämen, seien es damals etwa 300 bis 400 gewesen.

Im Freilichtmuseum Detmold sind die Besucherzahlen seit Ferienbeginn gestiegen. „In der letzten Woche vor den Ferien waren vor allem Schulklassen da”, sagt Sprecherin Ruth Lakenbrink. Damals habe es rund 4100 Besucher gegeben. In der ersten Ferienwoche waren es mehr als 5700. „Jetzt kommen mehr Familien”, stellt sie fest. Dabei spiele das Wetter trotz fehlender Überdachung nur eine geringe Rolle. Zwar habe es während der Hitzewelle weniger Besucher gegeben, in den vergangenen Tagen habe sich die Zahl trotz Regenwetters aber nochmals gesteigert.