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Krefeld: Müll: Razzia auch in Aachen

Krefeld : Müll: Razzia auch in Aachen

Nach dem Kölner Müllskandal und Razzien in
Duisburg und Oberhausen ist nun auch die Müllverbrennung in Krefeld ins Visier der Korruptionsfahnder geraten. 90 Polizisten hätten Wohnungen und Büros in Krefeld, Aachen und Bochum durchsucht, bestätigte die Wuppertaler Staatsanwaltschaft.

Vier Mitarbeiter der Müllverbrennungsanlage und ein
ehemaliger Lokalpolitiker sollen von der Firma Trienekens und
Tochterfirmen geschmiert worden sein. Es gehe um Summen von mehreren 100 000 Euro.

Bei den Beschuldigten handele es sich um führende Mitarbeiter der
Entsorgungsgesellschaft Krefeld, der Gesellschaft für Stadtreinigung
und Abfallwirtschaft Krefeld sowie den früheren Krefelder SPD-
Fraktionschef. Sie sollen Schmiergelder der Firma Trienekens erhalten
haben. Auch das Krefelder Rathaus wurde durchsucht. Dort
beschlagnahmten die Ermittler Sitzungsprotokolle und Unterlagen des
Rechnungsprüfungsamtes.

Auch in Aachen gab es eine Razzia, weil einer der Beschuldigten dort wohnt.

Der frühere Müllunternehmer Hellmut Trienekens war im vergangenen
September wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 2,7 Millionen Euro zu
einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und zur Zahlung von zehn
Millionen Euro verurteilt worden.