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Aachen: „Mozart und Salieri”: Viel Beifall für sehr ansprechende Produktion

Aachen : „Mozart und Salieri”: Viel Beifall für sehr ansprechende Produktion

Mit einer kleinen, aber feinen Produktion setzt das Aachener Theater seine verdienstvolle Zusammenarbeit der der Musikhochschule fort.

Von den vier unter dem Titel „Neid” veröffentlichten Mini-Opern Nikolai Rimski-Korsakovs nach Vorlagen von Puschkin begegnen einem allenfalls noch „Mozart und Salieri”, eine 1906 entstandene Kammeroper, die die Legende vom Gifttod Mozarts durch seinen Rivalen Salieri aufgreift.

Ulrike Jühe, Regieassistentin am Theater, unterstreicht in ihrer Inszenierung einerseits den Konversationscharakter des kurzen Werks, indem sie sich deutlich am Klima von Peter Shaffers Theaterstück „Amadeus” orientiert, erweitert andererseits die Textur durch eigenwillige, aber eindrucksvolle Zutaten.

So beginnt das Werk mit Ausschnitten aus Salieris „Requiem”, das trotz seines tiefen Gehalts einen erheblichen Abstand zu Mozarts durch die ganze Oper geisternde Totenmesse erkennen lässt. Burkhard Dinter rezitiert derweil eine Szene aus Hesses „Steppenwolf”, eine Hymne auf die dämonische Wirkung des „Don Giovanni”.

Die Spielfläche im Mörgens beherrscht ein kleiner Salon, dem ein Schachbrett samt Figuren vorgelagert ist, das allerdings kaum genutzt wird (Ausstattung: Norbert Conrad).

Die Motivation für den unterstellten Giftanschlag Salieris sehen sowohl Puschkin als auch Rimski in Neidgefühlen gegenüber den jüngeren Kollegen, der substanzvollste Musik aus dem Ärmel zu schütteln scheint. Entsprechend trocken ist die Rolle Salieris angelegt.

Der junge Bariton Ruslan Alyev muss sich mit relativ dürren Rezitativen begnügen und bekommt kaum Gelegenheit, sich richtig freizusingen. Dankbarere Passagen hat der Tenor Peter Erfurt in der Rolle Mozarts zu bewältigen.

Am Klavier bewährt sich Anvar Abdikakharov als einfühlsame und aufmerksame Leitfigur. Nicht vergessen werden darf der Geiger Martin Krol, der das Publikum bereits im Foyer auf das bevorstehende „Duell” einstimmt.

Viel Beifall für eine sehr ansprechende Produktion.