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Aachen: Mordversuch nicht nachweisbar

Aachen : Mordversuch nicht nachweisbar

Für sieben Jahre muss der 34-jährige Angeklagte aus Heerlen ins Gefängnis, wegen versuchter Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung. Da hat er eher noch Glück gehabt. Denn das Aachener Schwurgericht ist eigentlich fest davon überzeugt, dass der dem Satanismus verfallene Niederländer weit Schlimmeres mit der Studentin (31) aus Aachen vorhatte.

Das Opfer sollte letztlich „aus grausamen und niedrigen Beweggründen”, so die Kammer in ihrer Urteilsbegründung, getötet werden. Wann und wie, das habe bei dem Überfall in der Nacht des 12. Juni in Aachen-Burtscheid noch nicht festgestanden. Das wäre dann Mord oder versuchter Mord gewesen, eine Tat, für die es juristisch jedoch keine „unmittelbaren” Tatansätze gab.

Zur im Saal als Nebenklägerin sitzenden jungen Frau gewandt, stellte das Gericht dann fest: „In dieser Nacht hat sie unermessliches Glück gehabt. Sie hätte tot sein können.” Nur dem couragierten Einschreiten dreier Anwohner in dem sonst menschenleeren nächtlichen Kurviertel verdankt das Opfer, dass es bei leichten Schürfwunden, Würgemalen und einem Bluterguss blieb. Mit den psychischen Folgen allerdings, erklärten die Richter, müsse die Studentin, die blass, aber gefasst den Prozess verfolgte, zukünftig fertig werden, sie habe „ihr Vertrauen” in die Welt wohl verloren.