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Düsseldorf: Mordanschlag auf Nachbarn wegen lauter Party

Düsseldorf : Mordanschlag auf Nachbarn wegen lauter Party

Ein Informatiker soll in Düsseldorf einen nächtlichen Mordanschlag auf seine lautstark feiernden Nachbarn verübt haben.

Vor ihrer Wohnungstür habe der 41-Jährige Feuer gelegt, ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Den Griff der nach innen öffnenden Wohnungstür habe er zudem mit einem Kabel festgebunden und den Nachbarn damit den Fluchtweg abgeschnitten. Beim Prozessauftakt vor dem Düsseldorfer Landgericht bestritt der Angeklagte am Dienstag, mit dem Anschlag im August 2007 zu tun zu haben. Er habe zur Tatzeit mit Ohrstöpseln im Bett gelegen. Der Informatiker ist wegen vierfachen Mordversuchs und schwerer Brandstiftung angeklagt.

Er sei zwar sehr geräuschempfindlich, habe mit den Nachbarn aber nie über den Lärm gesprochen, weil er an einer sozialen Phobie leide, sagte der Mann. Als Beweis führt die Anklage eine DNA-Spur des Informatikers an, die an dem Kabel gefunden wurde, mit dem die Tür festgebunden worden war. Das Kabel habe er mit einer Tüte voll Elektroschrott zum Sperrmüll gestellt, dort könne es sich jeder genommen haben, erwiderte der Angeklagte.

Zeugen hatten zudem längere Zeit vor der Tat einen mit einer Sturmhaube maskierten Mann vor der fraglichen Wohnungstür beobachtet. Eine solche Sturmhaube war bei der Durchsuchung der Wohnung des Informatikers gefunden worden. Weil ein anderer Nachbar das Feuer entdeckt und Alarm geschlagen hatte, kam bei der Tat niemand zu schaden. Für den Prozess sind zunächst vier Verhandlungstage vorgesehen.