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Monschau: „Monschau Klassik”: Statt Fertigkost eigene „Gerichte”

Monschau : „Monschau Klassik”: Statt Fertigkost eigene „Gerichte”

Wenn vom 1. bis zum 10. August zum neunten Mal die „Monschau Klassik” auf der Burg Monschau stattfindet, ist die besondere Kulisse wieder ein Garant für die gewohnt traumhafte Atmosphäre. Dennoch wird in diesem Jahr ein deutlicher Einschnitt zu spüren sein.

„Wir verfolgen bei unseren Plänen den ursprünglichen Festivalgedanken: Was wir in Monschau zeigen, kann so nur hier und hier nur so erlebt werden”, beschreibt Wilhelm Keitel sein Vorhaben. Der künstlerische Leiter wird dies in erster Linie dadurch umsetzen, dass er statt fertiger eigene Produktionen zeigt.

„Dies ist natürlich ein erheblich größerer Aufwand, aber dazu haben wir uns bewusst entschieden”, verrät der 57-Jährige. Denn wenn am 1. August der Auftakt mit Mozarts „Cosi fan tutte” und am folgenden Tag Donizettis „L´Elisir d´Amore” gezeigt wird, die zusammen eine thematische Einheit bilden, blickt Keitel auf zwei Monate Vorbereitung zurück. Und das Ensemble wird nicht, wie es bei anderen Produktionen üblich ist, am Nachmittag vor der ersten Vorstellung zum ersten Mal proben, sondern sich zehn Tage in Monschau auf die Vorstellungen vorbereiten. „Natürlich gibt es auch sogenannte Zirkusunternehmen, die können den Gefangenenchor aus ,Nabucco´ quasi aus dem Stegreif bringen, aber das darf nicht unser Anspruch sein”, so Keitel.

Zum zweiten Mal verantwortlich

Der Dirigent und Festivalleiter aus Stuttgart beschäftigt sich seit vielen Jahren mit musikalischen Inszenierungen unter freiem Himmel, zum zweiten Mal zeichnet er verantwortlich für die Monschau Klassik und kennt die Tücken dieser Herausforderung genau. „Es gibt nur ein überschaubares Repertoire an Opern, die für einen solchen Rahmen geeignet sind. Zudem sind wir absolut vom Wetter abhängig, und selbst an warmen Sommerabenden wird es hier zu fortgeschrittener Stunde frisch. Das merken nicht nur die Zuschauer, sondern vor allem auch die Musiker bei der Intonation.”

Dass er „LElisir dAmore” in das Programm aufnahm, obwohl es in der ablaufenden Saison auch am Theater Aachen zu sehen war, sei purer Zufall. „Man kann dem auch etwas Positives abgewinnen: Wo erhält man sonst eine so gute Möglichkeit des Vergleichs?” Außerdem sei er sich mit den Veranstaltern sofort einig gewesen, dass der „Liebestrank” die perfekte Ergänzung zu Mozarts Geschichte bilde. „Der zweite Abend spielt im gleichen Bühnenbild - Italien in den 50er Jahren - nur erzählt er die Liebesbeziehungen fünf Jahre später. Das ist sehr stimmig.”

Inszeniert wird der Doppelabend von Anette Leistenschneider. „Und mit der Operette Eine Nacht in Venedig am 3. August liefern wir insgesamt drei Premieren an drei Tagen”, zeigt sich Keitel zufrieden. Nicht zu vergessen Rossinis „Barbier von Sevilla”: In die Rolle des Don Bartolo schlüpft Miguel Sola, der bereits mit Pavarotti, Domingo und Carreras auf der Bühne stand.

„Ich bin besonders froh, für mein Lieblingsstück einen solchen Weltklassestar gewonnen zu haben.” Doch auch in den übrigen Stücken verspricht Keitel spielfreudige Ensembles mit tollen Bühnendarstellern. Und wem das noch nicht genügt, den kann er vielleicht mit einer weiteren Neuerung überzeugen: „Wir haben die Bühne so gebaut, dass die Sänger neutral spielen. Das bedeutet: gute Sicht von jedem Platz.”

Die Monschauer Termine auf einen Blick

Freitag, 1. August: Wolfgang Amadeus Mozart: Cosi fan tutte, Beginn: 20.30 Uhr.

Samstag, 2. August: Gaetano Donizetti: L„Elisir d„Amore, Beginn: 20.30 Uhr.

Sonntag, 3. August: Johann Strauß: Eine Nacht in Venedig, Beginn 16 Uhr.

Dienstag, 5. August: Kinderoper „Schneewittchen”, Beginn 15 Uhr.

Mittwoch, 6. August: Mit John Cashmore: Gaudi meets Gambler - Musical meets Classic, Beginn: 20.30 Uhr.

Donnerstag, 7. August: Opern- und Operettengala, Beginn 20.30 Uhr.

Freitag, 8. August: Gioachino Rossini: Der Barbier von Sevilla, Beginn 20.30 Uhr.

Samstag, 9. August: Giacomo Puccini: Madame Butterfly, Beginn 20.30 Uhr.

Sonntag, 10. August: Giuseppe Verdi: Nabucco, Beginn 16 Uhr.