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Berlin: Mit Schlauchbooten durch die Ruine

Berlin : Mit Schlauchbooten durch die Ruine

Der Palast der Republik in Berlin ist seit dem Wochenende Schauplatz einer ungewöhnlichen Performance.

Mit Schlauchbooten können die Besucher einer „Fassadenrepublik”, wie sich die bis 11. September dauernde Veranstaltung im Rahmen der derzeitigen kulturellen Zwischennutzung des Palastes nennt, auf einer etwa 800 Quadratmeter großen Wasserfläche durch eine lagunenartige „Wasserstadt” bewegen. Zwischendurch können sie auf „Mitmachinseln” aussteigen.

Die Schlauchboote in unterschiedlichen Farben spiegeln sich im wadentiefen und gelb, blau und rot angeleuchteten Wasser im Erdgeschoss des Palastes, das mit PVC-Folie ausgelegt ist.

Mit dem Wasser-Labyrinth wollen Architekten, Künstler und Kunsthistoriker „Strategien urbaner Erneuerungen” untersuchen.

Anlässlich der kulturellen Zwischennutzung der Palast-Ruine hatte sich in den vergangenen Tagen die Debatte um Abriss oder Erhalt des Palastes neu entzündet. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) stellte klar, dass der vom Bundestag beschlossene Abriss gelte.

Unterdessen hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Vorschlag von Bundespräsident Horst Köhler für eine Mega-Kunstausstellung mit den besten Meisterwerken aller Berliner Museen gelobt: „Der Vorschlag hat Charme, und ich bin sicher, die Berliner Werke könnten an den Erfolg der MoMA-Ausstellung anknüpfen.”