„Musensöhne“: Mit Leidenschaft und viel Energie: Ein Leben für die Musik

„Musensöhne“: Mit Leidenschaft und viel Energie: Ein Leben für die Musik

Er gehörte zu den „Musensöhnen“, wie man die Schüler des Musischen Gymnasiums in Frankfurt am Main nannte. Eine lebenslange Freundschaft führte die Ehemaligen immer wieder zusammen. Nun wird man ihn in diesem Kreis vermissen: Im Alter von 91 Jahren ist der ehemalige Aachener Generalmusikdirektor (GDM) Wolfgang Trommer gestorben.

In der ganzen Welt war er unterwegs, reiste bis nach Venezuela, wo man seine Meisterkurse stürmte. In Aachen-Richterich hat er bis zuletzt mit Ehefrau Ilse gelebt, die bei der morgigen Trauerfeier von vielen Menschen umgeben sein wird, die Trommers Schüler, Freunde und Verehrer waren.

„Eine Sängerin wird die Vertonung von Josef von Eichendorffs Gedicht ,Mondnacht‘ singen, das hat er sich gewünscht“, sagt Ilse Trommer. Bläser des Musikkorps der Bundeswehr spielen Bach — eine Verneigung vor Trommer, der 1977 bis 2001 Musikoffiziere ausgebildet und bis 2008 die Orchesterausbildung bei der Bundeswehr geleitet hat.

Der aus Wuppertal stammende Trommer hat bei Günter Wand in Köln Dirigierunterricht genommen, bevor er an die Detmolder Hochschule ging. Nach ersten Karriereschritten in Dortmund und Hannover wurde er 1962 Nachfolger von Hans Walter Kämpfel als Aachener GMD.

Das blieb er bis 1974 und prägte das Musikleben nachhaltig, baute das Opernensemble aus und sorgte dafür, dass auch wichtige zeitgenössische Opern auf den Spielplan kamen. 1974 übernahm er die Dirigentenklasse an der Düsseldorfer Hochschule. Die Liste der namhaften Orchester, die er geleitet hat, ist lang. Bereits während seiner Aachener Tätigkeit hatte er zudem die Dirigenten-, Orchester und Opernklasse am Maastrichter Konservatoriums übernommen.

Mit Leidenschaft und Energie förderte Trommer nachhaltig und mit einem klaren Blick für Talente den Nachwuchs. Er sorgte rundum für Bewegung im deutschen Musikleben. Das von ihm ins Leben gerufene Platinorchester in Olpe feierte Trommer noch zum 90. Geburtstag. „Und er war ein Genussmensch, liebte Essen und Fröhlichkeit“, betont Ilse Trommer. Ein gutes Leben also, das nachklingen wird.

(sar)
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