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Hauset: Mit dem Alter wachsen auch seine Bilder

Hauset : Mit dem Alter wachsen auch seine Bilder

Antonio Máro wohnt in einer verwunschenen Welt, weit außerhalb der Dorfstraßen von Hauset in Ostbelgien. Doch der Künstler ist alles andere als ein Eremit, der der Welt entflieht. Ganz im Gegenteil: Er findet den Umgang mit ihr und zählt heute weit über die Region hinaus zu den gefragtesten Vertretern seiner Zunft.

Nun rundet sich die Biographie des Malers und Bildhauers auf erfreuliche Weise: Máro, der am 23. Juli 1928 in dem nordperuanischen Ort Catacaos geboren wurde, wird 80 Jahre alt.

Sehr freundlicher Mensch

Dass Máro, ein im Umgang sehr freundlicher Mensch von beträchtlicher Bildung, sich gerade das stattliche Haus am Rande des Dorfes zum Wohnsitz auserwählt hat, hat nicht so sehr etwas mit dessen stattlichem Erscheinungsbild zu tun, sondern mit dem Zuschnitt der Räume: „Meine Bilder werden immer größer.”

Die Tendenz, die Máro in seinem aktuellen Werk feststellt, galt auch schon vor 30 Jahren. Damals freilich wohnte der Künstler noch in Düsseldorf-Oberkassel und pflegte dort vertrauten Umgang mit prominenten Kollegen, so nicht zuletzt mit Joseph Beuys: „Wir waren damals fast Nachbarn”, erinnert sich der bildende Künstler, dessen Werke nicht wirklich einer Stilrichtung oder Malerschule zuzurechnen sind.

Das freilich ist Antonio Máro wohl recht. Nicht auszurechnen sein, neue Fenster öffnen, wo eine Mauer da zu sein schien, überraschen: Das alles gehört zu seiner schöpferischen Strategie. Gestische Expressivität, ruhige Farbfeldmalerei - alle diese Kennzeichen (und noch mehr) sind auf den Bildern präsent.

Aber nicht nur: Immer wieder finden sich Elemente von Gegenständen und menschlichem Körper - nicht um ihrer abbildhaften Darstellung willen, sondern wie Sequenzen eines Traums, derer sich der Mensch noch nach dem Aufwachen - schemenhaft allerdings - erinnert.

Seinerseits bekennt sich Máro, der immer wieder zwischen den Stilen und den Materialen hin und her wechselt, zum Mix: „Eine Mischung von sämtlichen Elementen finde ich spannend.” Das bedeutet aber nicht, dass das Geburtstagskind aktuellen Trends unkritisch gegenübersteht: „Ambiente und Performances - da weiß man oft nicht, was Kunst ist.”

Eines ist aber gewiss: Antonio Máro, dessen Sohn (insgesamt sind es ihrer vier) Rafael Ramirez die Maler-Tradition der Familie weiterführt, schöpft die Anregungen zu seinen Werken auch aus anderen Künsten - wenngleich er zudem an Traditionen aus seinem Heimatort in Peru anknüpft: „Daheim haben sie Keramik und Schmuck gemacht.” Aber auch in anderen Künsten findet Máro Anregungen, so zum Beispiel in der klassischen Musik bei Schubert und Brahms.

1950 kam er nach Deutschland, um sich als Arzt ausbilden zu lassen. Zwei andere Menschen, die ihn und seine Bilder geprägt haben, kreuzten in jener Zeit seinen Weg: seine im vergangenen Jahr gestorbene Frau Susi sowie sein Lehrer, der berühmte Maler Willi Baumeister (1889-1955). „Ihr sollt mich nicht nachmachen, sondern selbstständig werden”, sei das pädagogische Motto dieses Meisters gewesen.

Eine Ausstellung (22. Juli bis 6. August) in der Aula Carolina Aachen (Pontstraße - Nähe Markt/Rathaus) bereitet Máro derzeit vor. Prunkstück soll dabei ein acht Meter hohes Bild sein. Denn je älter der Künstler wird, desto ausladender werden seine Bilder...