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Köln: Miss Sportschau freut sich auf ihren Einsatz

Köln : Miss Sportschau freut sich auf ihren Einsatz

Monica Lierhaus ist kein Mensch, der sich selbst gern in den Mittelpunkt stellt. Ihr geht es um die Sache, in diesem Fall: den Fußball. Deswegen strahlt sie bis über beide Ohren, wenn sie von der Moderation der ARD-„Sportschau”, ihrer neuen Aufgabe, spricht („Der Ritterschlag für jeden Sportredakteur”).

In knapp zwei Wochen, am 31. Januar, ist ihre erste Sendung. Aber der Wirbel, der um ihren Transfer von Premiere zur ARD gemacht wird, behagt der 33-Jährigen nicht.

Lobeshymnen

„Ich hoffe, das legt sich nach der ersten Sendung”, sagte die Neue im „Sportschau”-Team am Montag bei ihrer offiziellen Vorstellung in Köln. Dabei musste der Neuzugang wahre Lobeshymnen der ARD- und WDR-Granden über sich ergehen lassen. „Sie war unsere absolute Wunschkandidatin” (WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf). „Wir haben von Anfang an gesagt: die oder keine” (ARD-Programmchef Günter Struve). „Sie pflegt eine schnörkellose Sprache und ist immer sehr gut vorbereitet” (WDR-Sportchef Heribert Faßbender).

Das haben Verantwortliche in der ARD vor 15 Jahren wohl nicht erkannt, als sie Lierhaus Bewerbung um ein Praktikum mangels Arbeitsproben wieder zurückschickten.

Von „blitz” zu „ran”

Die hat sie heute reichlich vorzuweisen. Ihre Karriere startete sie bei Sat.1. Nach einem Volontariat war sie lange Zeit Reporterin und Redakteurin, bevor sie 1997 die Moderation des Boulevardmagazins „blitz” übernahm. Zwei Jahre später wechselte sie ins Fußballfach zu „ran” und moderierte nebenbei bei Premiere Tennis - kein Problem für eine frühere Tennis-Leistungssportlerin mit Trainerlizenz.

2001 dann stieg sie in die Premiere-Fußball-Moderation ein und wurde dort Hauptmoderatorin. So machte sie sich abseits einer größeren Öffentlichkeit bei Trainern, Spielern und Zuschauern einen Namen als Fußballfachfrau.

In der „Sportschau” werden sie alle drei Wochen im Schnitt 5,72 Millionen Menschen sehen. In den Wochen dazwischen moderieren Gerhard Delling und Reinhold Beckmann.

Doch die ARD will Lierhaus Fähigkeiten für mehr nutzen als nur für die Präsentation des Fußball-Flaggschiffs. „Monica Lierhaus ist ein schönes Exclusivgesicht, das man einsetzen sollte, so oft es Sinn macht”, betonte Struve.

Co-Moderatorin von Elstner

So ist sie noch vor ihrem „Sportschau”-Debüt am 29. Januar als Co-Moderatorin von Frank Elstner in der neuen Show „Einfach Millionär” in der ARD zu sehen. Und bei den Olympischen Spielen in Athen soll sie im Sommer einer der Hauptmoderatoren sein. Deppendorf, der auch bei den Kommentatoren der „Sportschau” in Kürze eine Frau etablieren möchte, kann dabei (noch) nicht auf Lierhaus zurückgreifen: „Ich fühle mich als Moderatorin sehr wohl”, zeigte sich die 33-Jährige reserviert.

Was sie zur Begrüßung in ihrer ersten „Sportschau” sagen wird, weiß Lierhaus noch nicht. „Das legendäre ,Gutn Abend allerseits von Heribert Faßbender ist nicht zu toppen. Also wird es wohl auf ein schlichtes ,Hallo und herzlich willkommen hinauslaufen.”