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Bonn: Millionenschaden nach Unwetter in Bonn

Bonn : Millionenschaden nach Unwetter in Bonn

Ein heftiges Unwetter hat am Dienstag in der Bonner Innenstadt Schäden in Millionenhöhe verursacht. Eine Frau wurde schwer verletzt, als ein Baum auf ihr Auto stürzte, drei weitere Autofahrer konnten sich aus ähnlichen Situationen selbst befreien.

Umgeknickte Bäume zerrissen die Oberleitung der Straßenbahn, und Unterführungen standen meterhoch unter Wasser. Wassereinbruch wurde auch aus dem historischen Rathaus, der Stadtverwaltung und der Universität gemeldet. Bei der Feuerwehr gingen zwischen 16.30 Uhr und Mitternacht mehr als 800 Notrufe ein - an normalen Tagen sind es bis 400. Die Einsatzkräfte rückten 335 Mal aus und arbeiteten auch am Mittwoch noch.

„So schlimm haben wir es seit mehr als zehn Jahren nicht mehr erlebt”, sagte der Sprecher der Bonner Stadtwerke, Werner Schui. Rund 160 Fahrzeuge - Straßenbahnen und Busse - waren unterwegs, als der Himmel die Schleusen öffnete. 42 bis 45 Liter pro Quadratmeter fielen bei dem zweiten Gewitter an diesem Dienstag auf den Bonner Boden, fast so viel wie sonst im ganzen Mai. „Da ging erst mal nichts mehr” sagte Schui, als am Mittwoch Bilanz gezogen wurde. Mit Hilfe von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Polizei seien die Probleme gelöst worden. Am Morgen fuhren Bahnen und Busse wieder nach Plan.

Teils verheerende Schäden richtete das Wasser an vielen öffentlichen Gebäuden an. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde das historische Rathaus. „Wassereinbruch an der gesamten Rathausfront” hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Auch das im 1. Stock gelegene Arbeitszimmer der Oberbürgermeisterin wurde dabei nicht verschont. Im Erdgeschoss des Stadtarchivs stand das Wasser 30 Zentimeter hoch. Nass wurde es auch im Hochhaus der Stadtverwaltung: Dort drückte sich der Regen durch die Fensterfront. In einem Schwimmbad sog sich eine abgehängte Decke so voll, dass sie vom Einsturz bedroht war und das Schwimmbad geschlossen werden musste.

Beschädigt wurde auch das Kupferdach der Beethovenhalle. Es wurde mit Planen abgedichtet. Die Halle ist nach Angaben der Stadt aber weiter funktionsfähig. Schäden gab es auch an den Dächern des Hauptgebäudes der Universität und der Oper. Wie Stadtsprecherin Monika Frömbgen berichtete, brachten die Beschäftigten im Alten Stadthaus ihre Computer in Sicherheit: „Das Wasser ist da wie ein Wasserfall reingegangen”, sagte sie.

Deutliche Spuren hinterließen Wind und Wasser auch im städtischen Grün. Rund 80 Bäume stürzten um oder müssen nach Angaben des Amtes für Stadtgrün in den kommenden Tagen gefällt werden. Betroffen sind auch einige mehr als 100 Jahre alte Bäume.

Auch die Wetterforscher der Universität kamen nicht ungeschoren davon: Während das Regenradar die heranziehenden atmosphärischen Wassermassen registrierte, hatte die Belegschaft mit ganz irdischen Problemen zu kämpfen, weil Regenwasser in tiefer gelegene Bereiche des meteorologischen Instituts eindrang. Bis in die Nacht hätten die Wetterfrösche das unerwünschte Nass aus ihrem Domizil geschöpft, teilte ein Sprecher der Universität mit.