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Aachen: Milliarde für regionale Shoppingcenter

Aachen : Milliarde für regionale Shoppingcenter

Der Umsatz schwindet, doch die Einkaufsmöglichkeiten wachsen. Auf jeden Verbraucher der Region kommen bald 1,8 Quadratmeter (qm) Verkaufsfläche - doppelt so viel wie in Frankreich oder England.

Der bundesdeutsche Schnitt liegt bei 1,4 qm. Hintergrund ist ein erheblicher Strukturwandel im Einzelhandel der Region, wo rund 400.000 qm zusätzliche Verkaufsfläche in jüngster Zeit entstanden beziehungsweise in Planung sind.

Ob in Aachen, Düren, Eschweiler, Stolberg, Alsdorf oder Hückelhoven, ob in Heerlen, Maastricht, Geleen, Sittard oder im belgischen Maasmechelen: Überall wurden und werden Galerien oder Shoppingmeilen realisiert. Die Investitionen belaufen sich auf knapp eine Milliarde Euro.

Beschädigungen des urbanen Lebens

Die Ausmaße des Strukturwandels sind allerdings dem örtlichen Handel ein Dorn im Auge. Der Einzelhandelsverband Aachen-Düren e.V. appelliert, „bestehende Strukturen zu stärken und nicht zu schwächen”. Insbesondere mit Blick auf außerhalb gelegene Center wie etwa den geplanten „Aachen-Arkaden” (16.000 qm Verkaufsfläche) warnt der Verband vor Beschädigungen des urbanen Lebens. Sorgen bereiten die zunehmenden Leerstände, Billigläden und Filialbetriebe in zahlreichen Städten der Region wie etwa in Alsdorf oder Stolberg.

Der Strukturwandel kommt in einer Phase, in der der Handel seit langer Zeit erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen muss - daran änderten auch die längeren Öffnungszeiten an Samstagen nichts. Zuletzt verlor die Branche in den ersten sieben Monaten dieses Jahres weitere 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.