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Mehr als nur den Vogel abschießen

Mehr als nur den Vogel abschießen

Dormagen (an-o/azu) - Flinte anlegen und auf den Vogel zielen. Beim 137. Schuss fällt er dann endlich von der Stange. So stellt sich der Laie ein aktives Schützenleben vor. Was außerdem hinter den Bruderschaften steckt, zeigt eine Ausstellung in Dormagen.

Seit 75 Jahren besteht der Bund der Historischen Schützenbruderschaften, sozusagen der Dachverband, unter dem sich alle Bruderschaften von den St. Sebastianusschützen bis zu den St. Hubertus-Schützen zusammenfinden. Immerhin 1300 solcher Bruderschaften gibt es in Deutschland, Zahl der Mitglieder stolze 600.000.

"Tradition und Wandel

"Tradition und Wandel" heißt die Ausstellung zum Jubiläum im Museum Zons in Dormagen, und sie beleuchtet die Anfänge und ursprünglichen Ziele und schaut auch auf Veränderungen im größten Verein Deutschlands. Die gingen naturgemäß etwas langsamer voran, als in vielen anderen Bewegungen, was in der Orientierung an traditionellen Werten, dem Katholizismus und der Heimatverbundenheit begründet liegt. Und auch wenn viele vom Verein nur das Schützenfest kennten, habe eine Bruderschaft doch mehr zu bieten, wie der Veranstalter betont.

Zum Beispiel eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Auf der Ausstellung wird das vor allem durch sakrale Gegenstände wie Messgewänder dokumentiert, auch ein Sterberegister aus dem 17. Jahrhundert und Totenfahnen gehören zu den wertvollen Exponaten der Ausstellung. Sie belegen nicht nur das Alter der Bewegung, sondern auch die Nähe zum katholischen Glauben. "Der Verband wurde aufgrund seiner kirchlichen Bindung 1936 wegen oppositionellen Verhaltens verboten", erläutert der Verband. Auch der Teil der Geschichte ist durch Dokumente anschaulich gemacht. Doch damit hat die Ausstellung noch immer nicht den Vogel abgeschossen. Aber keine Angst, auch das Federvieh fehlt nicht, ebenso wenig wie Standarte, Königssilber und Schellenbaum.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 6. April im Museum Zons in Dormagen, Schloßstraße 1, Telefon 02133 53020. Geöffnet di-fr 14-18 Uhr, Sa + So 11-17 Uhr. Am 27.Februar, 2.-4. März geschlossen.