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Bayreuth: Matthias Schendel: Erster Stuntman bei Bayreuther Festspielen

Bayreuth : Matthias Schendel: Erster Stuntman bei Bayreuther Festspielen

Die Eröffnung der Bayreuther Richard-Wagner- Festspiele mit einer Neuinszenierung der Oper „Parsifal” am 25. Juli ist auch für Matthias Schendel eine ganz besondere Premiere.

Der 31- Jährige ist der erste Stuntman in der 132-jährigen Geschichte des Festspielhauses. „Ich bin stolz und geehrt, dabei sein zu dürfen”, sagt der international gefragte Stuntman. Der Sprung für die renommierte Produktion sei ein anspruchsvoller Live-Stunt in einem für den Beruf ungewöhnlichen Genre. Vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Ehrengast bei der Eröffnung zu springen, sei eine zusätzliche Ehre.

Matthias Schendel arbeitet seit 1995 als professioneller Stuntman. „Ich wollte schon als Kind Stuntman werden und habe meine frühen Helden wie Colt Sievers nachgespielt”, sagt der Franke. Eine gute Grundlage bot seine vielseitige Sport-Ausbildung. Für seinen Traum brach Schendel das Lehramtsstudium ab. Eine Ausbildung zum Kameramann brachte ihn dem Ziel ein Stück näher.

Die Initialzündung war die Begegnung mit Christian Gneissel, der eine Stuntschule in Ingolstadt besucht hatte. Schendel wurde Mitglied in dessen „Stuntcooperation” und baute sein Repertoire weiter aus. Im Jahr 2000 übernahm er dann die Leitung des Teams und meldete die eigene Firma „VIPstuntcam” an. Inzwischen sind Schendel und sein Team gefragte Stuntleute im In- und Ausland. Schendel hat mit Film-Größen wie Natalie Portman, Susan Sarandon und John Goodman gedreht.

Unter anderen arbeitete Schendel für die Hollywood-Produktionen „V wie Vendetta” (2005), „Speed Racer” (2007) und die Martial Arts Produktion „Kampfansage” (2003). Höhepunkt seiner bisherigen Karriere sei aber die Rolle an der Seite von Tom Cruise in „Walküre” gewesen, erzählt Schendel. In dem Kriegsdrama spielt er einen Nazi-Offizier, der bei dem Stauffenberg-Attentat in die Luft gesprengt wird.

Auch die „Parsifal”-Inszenierung birgt Herausforderungen. „Zum Glück muss ich nicht singen”, sagt der gestandene Stuntman. Auf der Bühne ist Schendel nur wenige Minuten zu sehen. Nach einer noch geheimen Aktion springt er für Parsifal-Darsteller Christopher Ventris von einem sechs Meter hohen Balkon. Weich fallen wird er dabei auf eine von seinem Kollegen Christian Gneissel extra entworfene Matte. Dann werden Ventris und Schendel vor den Augen des Publikums unbemerkt die Rollen tauschen - für den Stuntman ein Kinderspiel.