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Berlin/Köln: Materialfehler löste offenbar Achsbruch bei ICE aus

Berlin/Köln : Materialfehler löste offenbar Achsbruch bei ICE aus

Die Risse in den Achsen der ICE-Züge der Deutschen Bahn sind einem Medienbericht zufolge offenbar auf Materialfehler zurückzuführen.

Wie das Internetportal bild.de am Dienstag in Berlin unter Berufung auf einen vorläufigen Untersuchungsbericht der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) berichtet, wurden an der gebrochenen Achse des Anfang Juli in Köln entgleisten ICE unerlaubt große Einschlüsse im Stahl gefunden.

Die BAM in Berlin wollte das Untersuchungsergebnis nicht bestätigen. „Wir haben noch keinen abschließenden Bericht„, sagte eine Sprecherin den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten. Dieser sei frühestens Weihnachten zu erwarten, da neben dem Kölner Radsatz noch ein weiterer Vergleichsradsatz untersucht werden müsse. Auch die Kölner Staatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht bestätigen. ”Wir haben noch keinen vorläufigen Untersuchungsbericht, sondern warten auf das endgültige Gutachten”, sagte Staatsanwaltschaft Günther Feld auf Nachfrage.

Bei den metallographischen Untersuchungen seien „Einschlüsse unzulässiger Größe” festgestellt worden, zitiert das Internetportal aus der „Schadensanalyse Radsatzwelle ICE 3” vom 22. September für die Staatsanwaltschaft Köln. Die Prüfer kommen zu dem Schluss, dass die „Anforderungen an den Reinheitsgrad” des Stahls in der Nähe der Bruchflächen „nicht erfüllt” sind.

„Reinheitsgrad bruchnah nicht in Ordnung”, heißt es laut bild.de in dem Bericht. „Einschlüsse, wie sie in der Nähe der Rissstartstelle nachgewiesen wurden, könnten als Rissstarter fungiert haben”, heißt es weiter. Diese Risse seien wahrscheinlich aufgrund der langen Inspektionsintervalle nicht erkannt worden.

Unterdessen berichtet das ZDF-Magazin „Frontal 21” (Sendung am Dienstag, 4. November 2008, 21 Uhr), dass ein Teil der ICE-Flotte der Deutschen Bahn nach Expertenmeinung auf Basis technisch unzureichender Industrie-Normen fährt. Grundlage für Konstruktion und Bau von Radsätzen und Drehgestellen von Hochgeschwindigkeitszügen sei die europäische Norm EN13103. Gegen diese habe das Deutsche Institut für Normung (DIN) allerdings bereits im Juni 2003 Einspruch eingelegt und Verbesserungen gefordert.