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"Marzipan" soll helfen

"Marzipan" soll helfen

Kreis Aachen/Düren (an-o) - Gelb, weich wie Knete, Größe, Geruch und Geschmack wie ein Mini-Marzipan-Brot. Wildschweine fliegen angeblich darauf - und das sollen sie auch. Knapp 20.000 dieser Brocken sollen sie gegen die Schweinepest immun machen.

Spatentief werden die Impf-Köder ab Samstag von Förstern und Jägern der Kreise Aachen, Düren, Euskirchen, Rhein-Sieg und Stadt Aachen in so genannten "Frischlingsrechen" eingegraben.

Diese Holzgestelle lassen nur junge Schweine an die Köder, denn die kleinen Säue werden zuerst und am heftigsten von der Pest befallen. Nach der Impfaktion dürfen eine Woche lang keine Schweine mehr geschossen werden, danach um so mehr. Die erlegten Stücke werden in amtliche Kühlhäuser gebracht und Gewebeproben von ihnen genommen zur Untersuchung durch die Veterinäre.

24 infizierte Tiere

Sind die Schweine pestfrei, dürfen sie in die Küche wandern, auch die, die per Impfstoff immunisiert sind. Verseuchte Säue (von 110 bisher im Kreis Aachen erlegten waren es 24) werden in der Tierkörperbeseitigungsanstalt verbrannt. Friedhelm Jaeger, Leiter des Referates Tierseuchenbekämpfung im NRW-Umweltministerium, besorgte die 20.000 Köder von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere. Er rechnet mit einem Immunisierungsgrad von über 50 Prozent.

Kontrollieren kann man dies jedoch nur, wenn man nach der Woche rund um die Uhr Schweine zwecks Untersuchung schießt. Das ist eh notwendig, um die Seuche auch auf diesem Wege einzudämmen, und um die in hiesigen Wäldern viel zu hohen Wildsaubestände erheblich zu reduzieren.




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