Köln: Marcus Bosch: Wiedersehen mit dem beliebten Maestro

Köln : Marcus Bosch: Wiedersehen mit dem beliebten Maestro

Die zehn Jahre, in denen Marcus Bosch bis 2012 den desolaten musikalischen Zustand des Aachener Theaters und Sinfonieorchesters beheben und dem Orchester zu preisgekrönten CD-Ehren verhelfen konnte, bleiben den Aachener Musikfreunden unvergessen. Er verabreichte dem Aachener Musikleben mit neuen, heute noch nachwirkenden Impulsen mehr als nur eine Vitaminspritze.

Auch während der folgenden Amtszeit als Generalmusikdirektor in Nürnberg zog es Bosch noch so oft wie möglich nach Aachen. Sowohl aus familiären Gründen als auch zur anhaltenden Kontaktpflege mit Aachener Musikern und Sängern. In den Opernfestspielen seiner Geburtsstadt Heidenheim, aber auch im Nürnberger Opernhaus arbeitet er mit vielen ehemaligen und aktuellen Künstlern des Aachener Theaters und Orchesters zusammen.

Das Publikum hält ihm die Treue

Und auch das Publikum hält ihm die Treue. Einige Fans reisen ihm sogar bis Heidenheim und Nürnberg nach. Ab dem 26. November brauchen sie freilich nur die kurze Reise nach Köln anzutreten, wenn sie dem beliebten Maestro begegnen wollen. Derzeit probt Bosch mit dem Gürzenich-Orchester die Neuproduktion von Johann Strauss’ Operette „Die Fledermaus“ ein. Ein Werk, das er heiß und innig liebt und bereits in Aachen, Wiesbaden und Heidenheim dirigiert hat.

Die besonderen architektonischen Herausforderungen des Kölner Staatenhauses, in dem die Kölner Oper mindestens bis zum Jahre 2022 residieren muss, reizen ihn. Denn er sucht nicht nach „schenkelklopfenden“ Effekten. Bosch stellt sich die „Fledermaus“ so filigran und turbulent vor wie Mozarts „Figaro“. Beschreibt Mozart mit dem Figaro einen „tollen Tag“, verspricht die „Fledermaus“ eine „tolle Nacht“.

Diese „Farben“ möchte Bosch auch im Staatenhaus finden, und er erhofft sich dabei Hilfe von der Regisseurin Petra Luisa Meyer, mit der er in Heidenheim bereits Puccinis „La Bohème“ und den Doppelabend „Cavalleria Rusticana/Il Pagliacci“ erfolgreich erarbeitet hat. Bosch: „Sie ist eine sensible, ungemein fantasievolle Regisseurin“. Und einige Sänger der Kölner Neuinszenierung kennt er bereits aus früheren Produktionen in Nürnberg und anderswo.

Sein Nürnberger Amt am Staatstheater Nürnberg wird Bosch mit Ablauf dieser Saison aufgeben. Hinter ihm liegen dann eindrucksvolle Produktionen des gesamten „Nibelungen“-Rings und derzeit der gewaltigen „Trojaner“ von Hector Berlioz. Und im März wird er mit Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ einen besonders komplexen und anspruchsvollen Meilenstein des modernen Musiktheaters in Nürnberg einstudieren. Regie: Peter Konwitschny.

Bosch freut sich auf die Zukunft, wenn er sich intensiver um seine Professur an der Münchner Musikhochschule kümmern und interessante Konzerte mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock realisieren kann, als dessen „Special Guest Conductor“ er an der Ostsee wirken wird.

In Leipzig und Berlin gefragt

Daneben ist Bosch ein gefragter Dirigent in Leipzig und an der Deutschen Oper Berlin, wo er vor kurzem noch den „Fliegenden Holländer“ dirigierte. Wien, Luzern und Katar gehören zu den nächsten Reisezielen des Dirigenten. Wie auch das polnische Kattowitz, wo Gabriel Chmura nach seiner Aachener Amtszeit wirkte.

Auch mit den CD-Produktionen geht es weiter. Er wird seine Gesamteinspielungen der Symphonien und Symphonischen Dichtungen von Anton Dvoák mit der Staatsphilharmonie Nürnberg vervollständigen. Mit dem Hausorchester der Heidenheimer Opernfestspiele, der Cappella Aquileia, sind Aufnahmen mit Werken von Beethoven, Benda und Schumann vorgesehen.

Jetzt steht für Marcus Bosch allerdings erst einmal die Kölner „Fledermaus“ an.

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