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Aachen: Manfred Leuchter auf Indien-Tournee

Aachen : Manfred Leuchter auf Indien-Tournee

Zunächst war er perplex, und das will bei einem so reiselustigen Künstler wie dem Aachener Akkordeonisten, Komponisten und Produzenten Manfred Leuchter schon etwas heißen.

Dass er Post vom Goethe-Institut erhält - na gut, warum nicht? Dass man ihn darin allerdings gleich zu einer Indien-Tournee mit sechs Stationen einlädt, hat ihn nun doch verblüfft. „Ehrlich gesagt war ich zuerst starr vor Schreck”, gesteht er. „Das passiert ja nicht alle Tage.”

Manfred Leuchter, der seit drei Jahren mit den Musikern Antoine Pütz (Bass), Steffen Thormählen, Heribert Leuchter (Saxophon) und Christoph Titz (Trompete) zusammen arbeitet, nimmt seine Band natürlich mit nach Bombay, Kalkutta, Neu Delhi, Sri Lanka, Bangalore und Madras.

Seine zweite Heimat ist Marrakesch

Er, der in Marrakesch seine zweite Heimat gefunden hat, ist gespannt auf den musikalisch-menschlichen Kontakt mit den Konzertbesuchern, aber auch mit den Organisatoren vor Ort, die nicht als „Goethe-Institut”, sondern als „Max Mueller Bhavan” firmieren.

„Eine völlig neue Erkenntnis”, so Leuchter, der jetzt erst erfahren hat: Der Indologe Friedrich Max Mueller hat sich einst um die Herausgabe der vielbändigen Sammlung „Sacred Books of the East” verdient gemacht und genießt daher in Indien größte Wertschätzung bei Kultur- und Bildungsangeboten.

Ursache der Einladung war die letzte CD „arabesque”, die Leuchter und seine Band nach dem Start mit „sparito” im vergangenen Jahr herausgebracht haben.

Die deutlich weltmusikalischen Elementen - nicht zu letzt den orientalischen „Ornamenten” (oder Arabesquen) aus der Marrakesch-Zeit - haben das Interesse der Kulturvermittler geweckt.

„Ich glaube ganz sicher, dass diese Tour auch auf uns einen tiefen Eindruck machen und unsere Musik bereichern wird”, freut sich Leuchter jetzt schon auf indische Inspirationen, die vielleicht demnächst in neuen Kompositionen nachklingen. „Mit Tabla-Spielern habe ich übrigens bereits erfolgreich gearbeitet.”

„Arabesque” ist nun der Titel der Tour, wobei sich Leuchter gewisse Freiheiten vorbehält, mit indischen Musiker-Kollegen spontan künstlerische Kooperation sucht, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Die neuen Werke müssen noch ein bisschen warten: Zunächst geht die Reise noch nach Spanien und weiter nach Marokko, wo die Künstler in der Hauptstadt Rabat am Festival „Jazz aux oudayas” teilnehmen, bei dem ein „Rencontre”, also das Zusammenspiel deutscher und marokkanischer Musikern, gewünscht ist, sowie einen weiteren Auftritt in Marrakesch absolvieren.

Auf der Bühne im Großen Haus

„Ein Traum von uns, der sich jetzt erfüllt”, schwärmt Leuchter. Am 27. Juni, 22.30 Uhr, wird er dann mit seiner Band im Rahmen NRW-Theatertreffens und in Zusammenarbeit mit Burg Wilhelmstein seine neue CD „nomade” auf der Bühne im Großen Haus des Aachener Theaters vorstellen.

Ein pralles Programm, dessen Auswirkungen man mit Spannung erwarten darf - spätestens bei der nächsten Produktion.