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Aachen: „Madrider Spur” führte zur Drach-Verhaftung

Aachen : „Madrider Spur” führte zur Drach-Verhaftung

„Ja, sicher”, erklärte Gerichtssprecher Holger Brantin am Mittwoch, „es gibt durchaus verstärkte Sicherheitsmaßnahmen.” Man habe allerdings, dämmte der Sprecher Befürchtungen ein, „glücklicherweise keine Anhaltspunkte für konkrete Gefährdungen” in diesem Fall.

In „diesem Fall” vor dem Aachener Landgericht geht es um Lutz Drach (43), den Bruder des 2001 zu etwas mehr als 14 Jahren Haft verurteilten Reemtsma-Entführers Thomas Drach. Wieder steht nun die Aachener Justiz nach den Aufsehen erregenden, bundesweit Schlagzeilen machenden Prozessen gegen den Jülicher Feuerwehrmann, der sich seine Brände selbst legte, und dem schrecklichen Mord- und Missbrauchsverfahren im vergangenen Herbst gegen die Eschweiler Kinderschänder Wirtz und Lewendel vor einer neuerlichen Herausforderung.

Am Montag (13. September) wird die Hauptverhandlung gegen Lutz Drach vor der 7. großen Strafkammer (Vorsitz Richter Jürgen Beneking) um neun Uhr mit der Verlesung der Anklage eröffnet. Die Kammer ist wegen des zu erwartenden Andrangs in den (großen) Schwurgerichtssaal 339 gezogen - dort wo es meist um Tötungsdelikte geht.

In dem weiteren Verfahren rund um die Reemtsma-Entführung geht es in zehn Verhandlungstagen indes „nur” um etwa sechs Millionen Schweizer Franken - ein Teil der etwa 30 Millionen D-Mark, die Bruder Thomas Drach 1996 für die Freilassung des Hamburger Millionärs Jan Philipp Reemtsma erpresste.

Spur führte immer wieder ins Dreiländereck

Immer wieder führte die Spur der Kölner Drach-Brüder ins hiesige Dreiländereck. Der jüngere der beiden war nach einem Anfang 2002 abgeschlossenen Verfahren gegen einen Aachener Physiotherapeuten wieder ins Fadenkreuz der Millionen-Fahnder gekommen. Kurz nach der Entführung war Lutz Drach bereits vom Kölner Landgericht wegen versuchter Geldwäsche zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Nach den Erkenntnissen der Aachener Staatsanwaltschaft muss sich der in der Soers einsitzende Drach wegen „des Vorwurfs der gewerbs- und bandenmäßigen Geldwäsche in drei Fällen” verantworten - im Zusammenwirken mit Mittätern, die noch „gesondert verfolgt werden”, wie die Juristen sagen.

Zur Verhaftung von Lutz Drach führte die „Madrider Spur”. Auf sie hatte der zu fünf Jahren Haft wegen Geldwäsche verurteilte Physiotherapeut die Fahnder gebracht. Er wird einer der sechs Zeugen sein. Das Geld soll 2000 sukzessive von Erftstadt in die spanische Hauptstadt gebracht worden sein.