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Düren: Lustig und tragisch

Düren : Lustig und tragisch

Mit Volker Saul hat der Kreis Düren einem Verfechter organischer Formen und weiter Assoziationsräume seinen ersten Kunstpreis verliehen.

Der gebürtige Dürener, dessen Schaffen mit 10.000 Euro prämiert wurde, lehnt eine „vordergründige Bedienung des Betrachters” ab. Ihm gehe es um das nicht Fassbare, das nicht näher Definierbare.

In seiner Porträtreihe „Head & Shoulders” verzichtet der Künstler denn auch auf Gesichter, deutet nur Umrisse an. Die Entstehung sei intuitiv und schwer kontrollierbar, so dass nur 30 von 300 Werken gelängen, sagt Saul. Dabei driften einige seiner Figuren ins Deformierte ab: „Irgendwo zwischen lustig und tragisch, zwischen Comic und Grusel.”

Bei seinen Skulpturen legt der Maler und Bildhauer, den die Stadt Kleve 2002 mit dem Euregio-Kunstpreis auszeichnete, Wert auf akkurate, aber niemals geometrische Formen. Übereinander geleimte Platten aus Plastikspänen dienen ihm als Grundstoff für Objekte, die an Chromosomen oder Kleinstlebewesen erinnern. Teils deutet Saul auch Schriftzüge an, die aber keinen Sinn ergeben sollen: „Die Lesbarkeit wird enttäuscht.”

Landrat Wolfgang Spelthahn würdigte Volker Saul als „einen der führenden Künstler im Rheinland”, in dem ein enormes Potenzial stecke: „Wir haben jemanden ausgewählt, der sich ohne Kompromiss auf ein Leben als Künstler eingelassen hat.” (Eröffnung: Sonntag 12 Uhr. Di.-So. 10-13 u. 14-17 Uhr, bis 14. März.)