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Merzbrück: Luftretter kommen mit 280 km/h

Merzbrück : Luftretter kommen mit 280 km/h

Eine von bundesweit 26 ADAC-Luftrettungsstationen ist der Flughafen Merzbrück. Knapp 1900 Mal war der dort stationierte „Christopher Europa 1” im vergangenen Jahr im Einsatz.

Dabei waren es in der Mehrzahl keine spektakulären Unfälle oder Katastrophen, sondern in rund 60 Prozent „Notarzt-Zubringerdienste”. Das heißt, Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall wurden per Hubschrauber mit bis zu 280 km/h in die nächst erreichbare Spezialklinik gebracht.

„Tag der Luftrettung”

Wie sehr die Zeit auch in solchen Fällen drängt, machte am Dienstag am „Tag der Luftrettung” der leitende Hubschrauberarzt Wolfgang Jussen klar: „Beim Schlaganfall zum Beispiel muss der Patient innerhalb einer Stunde in einer speziellen Versorgungseinheit sein, wie sie die Krankenhäuser Bardenberg, Aachen und Lendersdorf bieten, inklusive Diagnose.”

Dies sei der Bevölkerung noch nicht klar genug. Oft erfolge der Anruf nur bei Schmerzen. „Hängt dagegen der Mund schief, herrscht noch die Meinung vor, das gibt sich schon.”

44 Minuten bis Maastricht

Wann „Christopher Europa 1” zum Einsatz kommt, entscheidet die über 112 alarmierte Leitstelle. Im vergangenen Jahr gab es auch 68 grenzüberschreitende Einsätze, 24 in Belgien und 44 in den Niederlanden. Zum Beispiel den in Sittard: Bei der Schießerei wegen eines Autokaufs hatte ein neunjähriger Junge einen lebensgefährlichen Kopfschuss erlitten. Dank der schnellen Hilfe des ADAC-Teams war er in 44 Minuten im Uniklinikum Maastricht. Drei Wochen lag er im Koma, ist aber wieder vollkommen gesund. Einen wahrhaft euregionalen Einsatz gab es im Hohen Venn: Ein niederländischer Wanderer mit einer Unterschenkelfraktur wurde in ein belgisches Krankenhaus geflogen.