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Aachen: Lücken im Detail und bei den Finanzen

Aachen : Lücken im Detail und bei den Finanzen

Drei Jahre Planung liegen schon hinter den Machern der EuRegionale 2008. In unzähligen Workshops, Arbeitskreisen und Seminaren haben Fachleute unterschiedlicher Disziplinen Ideen entwickelt und wieder verworfen, neue geboren und weitere Experten hinzugezogen.

Etwa mit dem umstrittenen Wettbewerb „Industrielle Folgelandschaften”, dessen Ergebnisse den Politikern - und nicht nur ihnen - allzu abstrakt und utopisch erschienen. Immens viel Geld haben das Land NRW und die beteiligten Kreise und Kommunen investiert. Doch was die EuRegionale eigentlich ist (ein vom Land aufgelegtes Förderprogramm) und was sie will (den Strukturwandel in der ehemaligen Bergbauregion vorantreiben), weiß bis heute außer Insidern eigentlich niemand so recht.

Noch nicht alle Projekte sind „reif”

Das soll sich schon bald gründlich ändern, die Bürger sollen erleben, was sich alles tut. Etwa bei einem Markt der Projekte, einem Grünmetropolenfest und anderen Veranstaltungen. „Der intensive Planungs- und Entwicklungsprozess geht ab Anfang 2005 in die Realisierungsphase. Dann wird es enorme Zugkraft geben”, ist Ralf P. Meyer, Geschäftsführer der EuRegionale 2008 Agentur, optimistisch. Markus Terodde, Geschäftsstellenleiter der StädteRegion Aachen und Vertreter von Kreis und Stadt Aachen in den Planungsgremien, drückt es plakativer aus: „2005 kann der Spaten geschwungen werden.”

Wo, mag Terodde allerdings noch nicht sagen. Kommende Woche tagt die Gesellschafterversammlung, die aus „nominierten EuRegionale-Projekten” - das sind bislang 13, weitere sollen laut Meyer folgen - „gelabelte” Projekte macht, also solche, die tatsächlich umgesetzt werden. Ein Antrag auf das Label liegt bislang aber nur für den Carl-Alexander-Park in Baesweiler vor: für die Umgestaltung der Halde und des Haldenvorplatzes, die Teil des geplanten Bildungs- und Wirtschaftszentrums zum Thema Life Science sind. „Die anderen Projekte sind noch nicht soweit”, sagt Meyer. Es gebe noch viele offene Fragen - und die ranken sich nahezu ausschließlich um die Finanzierung.

Finanz- wie inhaltliche Planung noch nicht abgeschlossen

Denn die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne - ob „Pferdelandpark” zwischen Aachen und Herzogenrath, „Indeland” zwischen Inden und Eschweiler, „Energy-City” in Alsdorf oder „Bauhaus Europa” in Aachen - wird richtig teuer für die Kommunen. Zwar schießt das Land NRW jeweils einen dicken Batzen aus diversen Förderprogrammen zu, doch bleibt immer ein Eigenanteil von 20 bis 30 Prozent bei den Projektträgern hängen.

Wie hoch der sein wird, ist bei den meisten Projekten noch gar nicht im Detail ermittelt, weil die inhaltliche Planung noch nicht abgeschlossen ist. Dass es wohl enorme Summen sein werden, zeigt das Projekt „Grünroute” und „Metropolroute” nach Entwürfen des französischen Landschaftsarchitekten Henri Bava: Die Kalkulation beläuft sich auf elf Millionen Euro, die Hälfte soll mit EU-Geldern aus dem Interreg-III-Programm finanziert werden, das Land NRW ist mit 30 Prozent dabei, den Rest (etwa 2,2 Millionen Euro) müssen die Projektpartner aufbringen.

550 Kilometer lange Route mit Skulpturen

Der größte Teil des Geldes wird für die „Inszenierung” der insgesamt rund 550 Kilometer langen Routen mit Skulpturen (meterhohe glühende Kohlestäbe, klingende Meilensteine) und eine einheitliche Beschilderung verwendet. Der kleinere Teil fließt in die Entwicklung eines grenzüberschreitenden touristischen Vermarktungskonzeptes und dessen Umsetzung.

Der Interreg-Antrag ist aber noch nicht bewilligt, auch steht eine Entscheidung der beteiligten Kommunen noch aus.