Aachen: Lockerer Auftakt: Brahms, Danzi und Berio beim Kammerkonzert

Aachen: Lockerer Auftakt: Brahms, Danzi und Berio beim Kammerkonzert

Mit zwei Bläserquintetten und einem Streichquartett starteten die Kammerkonzerte des Aachener Sinfonieorchesters am Sonntag in die neue Saison. Ein kurzes Programm mit großem Unterhaltungswert auf gutem künstlerischen Niveau.

Selbst beim gewichtigsten Beitrag, einem Streichquartett von Johannes Brahms, griff man zum entspanntesten, mildesten der Trias, dem Quartett in a-Moll op. 51 Nr. 2. Der gelöste, abgeklärte Eindruck wollte sich im gut besetzten Spiegelfoyer allerdings erst allmählich einstellen, nachdem die Musiker ihre anfängliche Nervosität überwunden hatten.

Doch dann gab es am Spiel von Felix Giglberger und Rodica-Daniela Ciocoiu (Violine), Martin Hoffmann (Viola) und Jia Lu (Violoncello) kaum etwas auszusetzen. Man erreichte zwar nicht die klangliche Homogenität eingespielter Ensembles, traf aber den spezifischen Ton des sympathischen Werks mit erfreulicher Sicherheit und spieltechnischer Versiertheit.

Richtig unbeschwert ging es zum Auftakt des Konzerts mit Franz Danzis Bläserquintett in g-Moll op. 65 Nr. 2 zu. Gut komponierte Unterhaltungsmusik zur Ergötzung des Gemüts mit wenig Tiefgang, aber dankbaren Aufgaben für die fünf Bläser Stefanie Faust (Flöte), Arnd Sartor (Oboe), Philipp Zehm (Klarinette), Jean Hellenbrand (Fagott) und Michael Roberts (Horn).

Die lösten die Musiker auch prächtig, so dass sie sich unbelastet den frühen musikalischen Scherzen Luciano Berios widmen konnten, dem „Opus Number Zoo”. Vier quirlig in bester französischer Bläsertradition komponierte Miniaturen zu schrägen Tiergeschichten, die die Musiker während des Spiels lasen. Allerdings durchweg zu leise. Dem Vergnügen an dem insgesamt sommerlichen Einstieg in die neue Spielzeit schadete das nicht.

Viel Beifall für ein lockeres Kammerkonzert.

Das Konzert wird am Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.

Auch das Sinfonieorchester selbst startet in die neue Konzertsaison: am Sonntag, 14. Oktober, 18 Uhr, und am Montag, 15. Oktober, 20 Uhr, im Eurogress an der Monheimsallee. Der neue Generalmusikdirektor Kazem Abdullah dirigiert zwei Stücke von Johannes Brahms („Tragische Ouvertüre” d-Moll op. 81, „Schicksalslied” op. 54), Anton Weberns „Passacaglia” sowie Antonín Dvo?áks Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88. Es singen der Opernchor und der Sinfonische Chor. Die Beschäftigung mit Dvorák und mit der Zweiten Wiener Schule ist dabei programmatisch für Abdullah.