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Aachen: Lob für „Querdenker” Ulrich Schneider

Aachen : Lob für „Querdenker” Ulrich Schneider

Der Weiße Saal im Aachener Rathaus war fast zu klein, um all jene aufzunehmen, die dem scheidenden Leiter des Suermondt-Ludwig-Museums noch ein paar gute Worte und Wünsche mit auf seinen Weg zum Museum für Angewandte Kunst nach Frankfurt am Main geben wollte.

Zum 1. Mai ist der Abschied auch offiziell perfekt.

An diesem Morgen versammelten sich rund um Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden und Kulturdezernentin Isabel Pfeiffer-Poensgen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kulturpolitiker, Vertreter des Museumsvereins, der Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung sowie viele Freunde und Bekannte aus zwölf Jahren, acht Monaten und 23 Tagen engagierter Museumsarbeit.

„Wir werden Sie vermissen, Ihr rollendes ,R, Ihr Querdenken, Ihren Dickkopf, aber auch Ihre Dynamik und Ihre ganzheitliche Sicht von Kunst”, so Linden in seiner warmherzig-humorvollen Rede.

Die gemeinsam durchgestandenen „Kämpfe” - heute sind sie zu wertvollen Erinnerungen geworden, die man gemeinsam belächelt.

Und sie haben Ergebnisse erzielt wie die Sanierung des Couvenmuseums oder die (zunächst) umstrittene Gestaltung des Museums-Anbaus an der Wilhelmstraße mit seiner provozierenden Architektur.

Viele Einblicke im Suermondt-Ludwig-Museum

Kunst aus fernen und nahen Landen in über 200 Wechselausstellungen, Engagement für heimische Künstler und Sammler, Risikofreude, die Fähigkeit, Feste zu Feiern und auf diese Weise viele Menschen unterschiedlichster Natur - zum Beispiel im Bereich der Euregio - miteinander ins Gespräch zu bringen - Eigenschaften die Linden amüsant hervorhob.

„Eine gute, eine menschliche, eine erfolgreiche Zeit”, zog Linden sein Resümee und sprach auch über die kommende Phase. „Die Nachfolge ist nicht geregelt, wir werden die einjährige Sperre einhalten und müssen eventuell über neue Strukturen nachdenken.”

Seinem gesamten Team galt zunächst Ulrich Schneiders Anerkennung: „Es herrschte ein erstaunlicher Gleichklang, nichts war hierarchisch gegliedert.” Er habe immer wieder in städtischen Bereichen das „unkonventionelle Gespräch” gefunden.

Und die Politik? „Sie kam mir freundlich entgegen, war für mich allerdings nicht immer verständlich”, so Schneider mit einem Schmunzeln.

Lindens Abschiedsgruß: „Ich schenke Ihnen das Rathaus” - natürlich lediglich in Acrylglas per Lasertechnik gebannt - allerdings mit Zertifikat.