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Maastricht: Limburger finden deutsche Nachbarn gut

Maastricht : Limburger finden deutsche Nachbarn gut

Das Verhältnis zwischen Limburgern und Deutschen normalisiert sich zusehends, alte Hassgefühle treten immer mehr in den Hintergrund.

Das ist das Ergebnis einer Internet-Umfrage, die der Radio- und Fernsehsender L1 mit Sitz in Maastricht aus Anlass seiner „Deutschen Woche” startete. 630 Hörer und Seher gaben ihre Meinung über den deutschen Nachbarn ab.

Drei Viertel der Befragten würden Deutsche auch zum 4. Mai willkommen heißen, wenn in den Niederlanden der Toten des Zweiten Weltkrieges gedacht wird. Fast 60 Prozent könnten sich eine Beziehung zu einem(r) Deutschen vorstellen. Etwas mehr als die Hälfte der Limburger findet nicht, dass das Klischee vom „arroganten, autoritären und lauten” Deutschen stimmt. Sie meinen sogar, dass er fast so beliebt (46,3 Prozent) ist wie der Limburger selbst (52,2). Dagegen kommt der Holländer in der Sympathiewertung nur auf magere 1,4 Prozent.

Regelmäßige Besuche

Und etwas mehr als die Hälfte der Befragten kann sich durchaus vorstellen, unter einem deutschen Chef zu arbeiten. Allerdings ist das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft viel geringer ausgeprägt. 67,7 Prozent schätzen die einheimische Wirtschaft als stärker ein, vielleicht auch, weil dort härter gearbeitet wird (fast 60 Prozent). Das hält vier Fünftel der Limburger aber nicht davon ab, regelmäßig ins Nachbarland zu fahren. Die Hauptgründe: Erholung, Benzin und Einkauf von Lebensmitteln. Und auch deutsche Fernsehprogramme sind in der Provinz Limburg sehr gefragt: Drei Viertel schalten regelmäßig auf einen Kanal des Nachbarlandes.

Botschafter zu Gast

Den Kickern von Rudi Völler trauen sie allerdings nicht sehr viel zu: 60 Prozent waren sich sicher, dass die niederländische „Elftal” bei der Europameisterschaft in Portugal besser als die Deutschen abschneiden wird. Diese Einteilung teilte Alemannia-Spieler Erik Meijer beim Studiobesuch. Und wurde dann nicht müde, im Gespräch Moderator Frans Pollux die einzigartige Atmosphäre in Aachen zu loben, wo er sich mehr als wohl fühle. „Das will etwas heißen für einen Mann, der schon in Liverpool und Eindhoven gespielt hat”, betont Pollux.

Wenn auch die meisten Ergebnisse für Programmdirektor Michel van Bergen Henegouwen („Deutschland wird immer mehr als guter Nachbar gesehen.”) nicht überraschend kamen, hat ihn eins doch sehr verwundert: „Nur ganze 6,7 Prozent der Befragten wissen, wie viele Deutsche in Limburg leben. Dabei sind es immerhin 90000.”

Der deutsche Botschafter in den haag, Edmund Duckwitz, wird heute im Radioprogramm von L1 zu hören sein. Durchs Internet auf die „Deutsche Woche” aufmerksam geworden, suchte er den Kontakt. Ein Termin war schnell gefunden: Ab 11.50 Uhr wird er auf den UKW-Frequenzen (95,3 und 100,39) zum Verhältnis zwischen den beiden Ländern Stellung nehmen.